EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 1,3% auf 3’041 Punkte

EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 1,3% auf 3’041 Punkte

London – Die Aussicht auf eine weiterhin moderate US-Zinspolitik hat am Dienstag die Börsen in Europa angetrieben. Zudem wurden die weiter steigenden Ölpreise als Vertrauen der Märkte in die Stabilität der Weltwirtschaft gesehen. Der EuroStoxx 50 beendete den Handel mit einem Aufschlag von 1,29 Prozent auf 3’040,69 Punkten. Zum Wochenauftakt hatte sich der Leitindex der Eurozone bereits mit einem moderaten Plus stabilisiert, nachdem in der vergangenen Woche ein Verlust von mehr als zweieinhalb Prozent zu Buche gestanden hatte.

Der CAC-40-Index in Paris stieg am Dienstag um 1,19 Prozent auf 4’475,86 Punkte. Für den Londoner FTSE-100-Index dagegen ging es nur moderat um 0,18 Prozent auf 6’284,53 Zähler nach oben. Der stark gewichtete Rohstoffsektor hatte nach seinem satten Plus am Montag nur unterdurchschnittlich zugelegt.

US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte am Montagabend erneut nur moderate Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, ohne aber irgendeinen Termin zu nennen. Das sei «entscheidend» gewesen, sagte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. Nachdem sie vor zwei Wochen noch von einer Zinsanhebung «in den nächsten Monaten» gesprochen hatte, fehlte eine ähnliche Äußerung am Montag komplett. «Yellen klang gestern ein wenig danach, als würde sie selbst nicht mehr so richtig an eine Zinswende glauben.»

Zugleich seien von Yellens Rede aber auch Signale ausgegangen, dass das Wachstum insgesamt stimme und auch die Inflation zunehme, sagte Stanzel. «Das sind gute Botschaften für Aktien, die heute rund um den Globus ein kleines Kursfeuerwerk aufs Parkett legten.»

Die Ölpreise stiegen – beflügelt von einem schwachen Dollar – auf den höchsten Stand seit Oktober. Inzwischen wird auch für die Ölsorte WTI wieder etwas mehr als 50 Dollar je Barrel (159 Liter) gezahlt.

Der Blick auf die 19 Branchen zeigte nur Gewinner. Besonders gut liefen Öl-, Auto- und Chemiewerten, die Gewinne zwischen 2,6 und 1,8 Prozent verzeichneten. Zu den attraktivsten Einzelwerten gehörten Royal Dutch Shell in London, die um mehr als 3 Prozent zulegten. Der Ölkonzern verspricht sich nach der Übernahme des Wettbewerbers BG Group deutlich höhere Effizienzgewinne, als er bisher kalkuliert hatte.

Im EuroStoxx 50 gab es nur zwei Verlierer: Vivendi büssten als Schlusslicht 1,64 Prozent ein und litten darunter, dass der Medienkonzern seine Mehrheit an Gameloft, einem Hersteller von Videospielen, weiter ausbaut. Die Gründerfamilie Guillemot habe Vivendi ihre Aktien «mit Bedauern» angedient, hiess es in einer Mitteilung. Laut der französischen Wettbewerbsbehörde AMF hält Vivendi seit vergangenem Freitag mit 61,65 Prozent nun die Mehrheit an Gameloft.

Inditex gaben um 0,08 Prozent nach und litten unter einer negativen Studie der Societe Generale. Analystin Anne Critchlow hatte das Papier des spanischen Textilunternehmens auf «Hold» abgestuft und dabei auf negative Währungseinflüsse verwiesen, die auf die Gewinne drückten.(awp/mc/upd/ps)

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