EU-Schluss: EuroStoxx erstmals seit 2011 über 3’000 Punkten

EU-Schluss: EuroStoxx erstmals seit 2011 über 3’000 Punkten

London – Die Hoffnung auf ein in Kürze bevorstehendes Ende der Streitereien um die US-Finanzen hat den europäischen Börsen am Dienstag weiteren Auftrieb gegeben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss erstmals seit Anfang Mai 2011 wieder über der Marke von 3.000 Punkten. Nach Wochen der totalen Blockade zeichnet sich im politischen Tauziehen zwischen Republikanern und Demokraten ein möglicher Kompromiss ab. Führende Senatoren der Demokraten von US-Präsident Barack Obama und der oppositionellen Republikaner arbeiten Medienberichten zufolge an einer Lösung, die das Gezerre um drängende finanzpolitische Entscheidungen für zumindest drei bis vier Monate beenden würde. Zeitgleich arbeiteten die Republikaner im Abgeordnetenhaus an einem eigenen Kompromiss, hiess es.

Mit einem Plus von 0,90 Prozent bei 3.004,56 Punkten ging der EuroStoxx aus dem Handel. Der Cac 40 in Paris gewann 0,78 Prozent auf 4.256,02 Punkte. Der Londoner FTSE 100 rückte um 0,64 Prozent auf 6.549,11 Punkte vor. 

Mit Abstand war der Rohstoffsektor der gefragteste innerhalb der Stoxx-600-Branchenübersicht. Er legte um 2,74 Prozent zu, gefolgt vom Autosektor, der um 1,67 Prozent stieg. Rio Tinto gewannen in London an der Spitze des FTSE 100 4,25 Prozent. Angesichts der wieder steigenden Nachfrage aus China hatte der australisch-britische Bergbaukonzern seine Eisenerzproduktion zuletzt beschleunigt. Die Aktien anderer Minenkonzerne wurden davon ebenfalls beflügelt und zogen an. Anglo American etwa gewannen 2,99 Prozent und Antofagasta 2,48 Prozent.

7,63 Prozent hingegen büssten die Titel von Burberry am «Footsie»-Ende ein. Die bisherige Chefin der Modemarke, Angela Ahrendts, wechselt im Frühjahr zum iPhone-Konzern Apple. Die jüngsten Einzelhandelsumsätze von Burberry lagen zudem etwas unter den Analystenschätzungen. Die Rahmenbedingungen blieben unsicher, sagte Ahrendts.

Der Pharmakonzern AstraZeneca baut seine Krebsforschung mit einem Zukauf aus. Die Tochter Medimmune übernimmt das auf Krebsantikörper spezialisierte Biotechunternehmen Spirogen. Zudem investiert die Tochter in die schweizerische Gesellschaft ADC Therapeutics. Die AstraZeneca-Papiere gaben gegen den freundlichen Markttrend um 0,11 Prozent nach.

Die Aktien der Royal Mail Group waren in London mit Kursaufschlägen in den regulären Handel gestartet und beendeten ihn mit einem Plus von 2,95 Prozent bei 446,00 Britische Pence. Nachdem bei dem weiterhin grossteils staatseigenen Post-Unternehmen am Freitag in einem eingeschränkten Handel zunächst nur die institutionellen Investoren zum Zuge gekommen waren, durften nun auch private Anleger zugreifen. Ein Händler sagte, es sei schon sehr lange her, dass ein Börsengang in Grossbritannien so viel Interesse von Kleinanlegern auf sich gezogen habe.

In Paris verteuerten sich die Michelin-Papiere um 1,94 Prozent. Händler verwiesen auf positive Konzernaussagen zur Reifennachfrage. Aber auch Autohersteller legten zu. BMW gewannen an der Spitze im EuroStoxx 2,88 Prozent und trugen mit dazu bei, dass der gesamte europäische Autosektor als zweitstärkster der Branchenübersicht vorrückte. (awp/mc/upd/ps)

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