EU-Verlauf: Ins Plus gedreht

EU-Verlauf: Ins Plus gedreht

Paris – In einem weiterhin nervösen Umfeld haben es die wichtigsten europäischen Aktienindizes nach einem leichteren Auftakt ins Plus geschafft. Händler verwiesen trotz einschränkender Aussagen von Chinas Premier Wen Jiabao auf die anhaltende Hoffnung, dass China den Europäern mit Anleihekäufen helfend unter die Arme greifen könnte. Der EuroStoxx 50 stieg zur Mittagszeit um 1,09 Prozent auf 2.058,80 Punkte.

Der Cac 40 legte um 1,00 Prozent auf 2.923,84 Punkte zu. In London gewann der FTSE 100 0,80 Prozent auf 5.215,76 Punkte.

Medienberichten zufolge soll sich ein Verantwortlicher der chinesischen Nationalen Kommission für Entwicklung und Reform dahingehend geäussert haben, dass China weiterhin gewillt ist, Anleihen von bedrohten südeuropäischen Ländern anzukaufen. Premier Jiabao hatte zuvor zwar seine Bereitschaft als helfende Hand signalisiert, aber auch gefordert, dass die verschuldeten Länder ihre Haushalte in Ordnung bringen müssten, anstatt sich auf China als Retter zu verlassen.

Zudem gab es Äusserungen von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, wonach sich dieser weiterhin vor dem EU-Parlament für Eurobonds stark mache. Mit Spannung wird im Tagesverlauf eine Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Sarkozy und dem griechischen Ministerpräsidenten Papandreou erwartet.

Aktien französischer Banken haben am Mittwoch mit grösseren Kursschwankungen auf neue Beurteilungen von Moody’s zu deren Kreditwürdigkeit reagiert. Die Ratingagentur hatte die Bonität der Societe Generale (SocGen) und von Credit Agricole abgestuft. SocGen-Papiere sackten daraufhin zeitweise um bis zu 6,4 Prozent ab, konnten ihre Verluste jedoch reduzieren und büssten zuletzt noch 2,88 Prozent auf 17,385 Euro ein. Credit Agricole waren derweil trotz der Abstufung mit 2,27 Prozent in Plus gedreht. Beim Marktführer BNP Paribas hat Moody’s dagegen noch auf eine Abstufung verzichtet und die Frist für die Überprüfung verlängert. Den Papieren half dies allerdings nicht: Nach einem frühen Fall um fast 10 Prozent gaben sie zuletzt noch um 1,64 Prozent auf 27,54 Euro nach.

In London standen die Aktien des Textilhändlers Next im Fokus. Sie schnellten an der Spitze des «Footsie» um 6,42 Prozent auf 2.484 Pence hoch und profitierten davon, dass das Unternehmen einen Gewinnsprung im ersten Halbjahr vermeldet hatte. Zudem sprach Next für das nächste Jahr davon, dass dieses nicht so herausfordernd für den Einzelhandel werde. (awp/mc/pg)

Euronext

Hoffnungen auf chinesische Hilfe für Europa.

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