EU-Schluss: Teils starke Verluste – US-Konjunkturdaten enttäuschen

EU-Schluss: Teils starke Verluste – US-Konjunkturdaten enttäuschen

London – Schwache Konjunkturdaten aus den USA haben Europas Börsen zu Wochenbeginn teils stark belastet. Der EuroStoxx 50 verlor 1,66 Prozent auf 2963,96 Punkte, nachdem er bereits im Januar einen Abschlag von 3,06 Prozent hinnehmen musste. Zwischenzeitlich war der Leitindex der Eurozone bis auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember zurückgefallen. In Paris verlor der Cac 40 1,39 Prozent auf 4107,75 Punkte. Der FTSE 100 büßte in London 0,69 Prozent auf 6465,66 Punkte ein.

Der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie hatte sich im Januar unerwartet kräftig eingetrübt. Der Frühindikator fiel auf 51,3 Zähler von 56,5 Punkten im Vormonat. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 56,0 Punkte gerechnet. «Der scharfe Verfall der ISM-Daten, der ja ein Stimmungsindikator ist, zeigt, dass auch das Verarbeitende Gewerbe der USA die Konjunkturrisiken der Schwellenländer ernst nimmt», sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Zudem hatte der chinesische Industriesektor im Januar weiter an Schwung verloren.

Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner ergänzte: «Es lasten derzeit zu viele Unwägbarkeiten auf den Kapitalmärkten.» Die eher nüchternen Konjunkturzahlen aus China oder die Turbulenzen an den Märkten der Schwellenländer seien keine Kaufargumente in Anbetracht der weiterhin in vollem Schwung laufenden Berichtssaison.

Aus Branchensicht notierten in Europa alle Sektoren im Minus. Den deutlichsten Abschlag verzeichnete der konjunktursensible Banksektor, für den es um 2,56 Prozent nach unten ging. Lloyds-Aktien verloren dabei am Ende des britischen Leitindex «Footsie» knapp vier Prozent. Verfehlungen aus der Vergangenheit hatten erneut schwer auf dem Lloyds-Ergebnis für 2013 gelastet. Zudem kündigte die Bank an, weitere 1,8 Milliarden Pfund für Schadenersatzforderungen von Kunden zurückzulegen. Bernstein-Experte Chirantan Barua riet jedoch dazu, Kursschwächen zum Einstieg zu nutzen. Die Gewinndynamik der Bank sei sehr stark.

Eher defensive Sektoren hingegen verbuchten lediglich geringe Verluste. So gab der Gesundheitssektor als beste Branche nur um 0,23 Prozent nach.

Im EuroStoxx waren Axa mit minus 3,95 Prozent Schlusslicht. Für die Papiere des Brillenglasherstellers Essilor indes ging es an der Indexspitze um rund 1 Prozent nach oben.

Ryanair-Aktien sprangen in Dublin um rund sechseinhalb Prozent an. Der Preiskampf in Europas Luftfahrt hatte den irischen Billigflieger im Winter überraschend weit in die roten Zahlen gedrückt. Commerzbank-Analyst Johannes Braun wertet die Aussagen des Managements allerdings positiv. Der Verfall der Durchschnittserlöse sei wohl gestoppt und der Blick nach vorn klinge optimistischer. (awp/mc/upd/ps)

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