EU-Schluss: Deutliche Verluste – Krim-Krise belastet vor Wochenende

EU-Schluss: Deutliche Verluste – Krim-Krise belastet vor Wochenende

Paris – Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben vor dem Wochenende mit Verunsicherung auf die Krise in der Ukraine reagiert. Positive Konjunkturdaten aus den USA konnten den Börsen nur kurz Auftrieb geben. Anleger wollten vor dem Hintergrund des schwelenden Konflikts um die Krim vor dem Wochenende keine Risiken mehr eingehen, sagten Börsianer. Der EuroStoxx 50  verlor 1,57 Prozent auf 3095,31 Punkte. Damit gab der Eurozonen-Leitindex auf Wochensicht 1,71 Prozent ab – die schwersten Verluste seit sechs Wochen. Der Pariser Cac-40-Index – tags zuvor noch auf den höchsten Stand seit 2008 gesprungen – fiel um 1,15 Prozent auf 4366,42 Punkte. In London knickte der FTSE 100  um 1,12 Prozent ein auf 6712,67 Punkte.

Die Beschäftigungsentwicklung in den USA überraschte im Februar nach zwei eher schwachen Monaten in Folge zwar erstmals wieder positiv. Börsianer werteten die Zahlen trotz der überraschend anziehenden Arbeitslosenquote auch als gute Zeichen für die US-Konjunktur – an den europäischen Handelsplätzen reichte das aber nicht für nachhaltige Kursgewinne. «Niemand scheint mit Kaufpositionen in das Wochenende gehen zu wollen – schliesslich ist eine negative Entwicklung in der Ukraine weiter eine grosse Möglichkeit», kommentierte Marktanalyst Chris Beauchamp vom Broker IG.

Rund um die Ukraine zog neue Unsicherheit auf: Das vom Regionalparlament auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim geplante Sonderreferendum am 16. März zum Anschluss an die Russische Föderation will die ukrainische Regierung nicht anerkennen. EU und USA halten die Abstimmung für illegal. Tags zuvor hatte der Westen erste Sanktionen gegen Russland in die Wege geleitet. Am Freitag drohte zudem der russische Öl- und Gaskonzern Gazprom der Ukraine einen Lieferstopp wegen offener Rechnungen an. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas nach Europa. (awp/mc/pg)

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