Euro fällt zeitweise unter 86 Rappen und unter 1,16 Dollar

Devisen
(Foto: fox17 - Fotolia.com)

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Frankfurt am Main – Der Euro ist am Donnerstag kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit November 2003 gefallen. Die Kehrtwende in der Wechselkurspolitik der Schweizer Nationalbank (SNB) brachte den Euro auch zum US-Dollar unter Druck. Der Eurokurs fiel bis auf 1,1568 USD. Vor der Entscheidung hatte er noch knapp unter der Marke von 1,18 USD gelegen. Am frühen Abend notierte die Gemeinschaftswährung wieder bei 1,1586 USD.

Die SNB hatte den im September 2011 festgesetzten Mindestkurs von 1,20 CHF zum Euro aufgehoben und damit den Eurokurs stark unter Druck gebracht. Es habe sich um einen «völlig überraschenden Schritt» gehandelt, kommentierte Devisenexperte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. So fiel der Eurokurs bis auf ein Rekordtief von 0,8517 CHF. «Am Euro-Franken-Markt herrschten für Minuten chaotische Zustände», sagte Karpowitz. Zuletzt erholte sich der Euro etwas und kostet am frühen Abend wieder 1,0439 CHF.

Zinssenkung «ein Tropfen auf den heissen Stein»
«Mit der Freigabe des Wechselkurses läuft die SNB nun Gefahr, dass der Schweizer Franken massiv aufwertet», so Karpowitz. Die gleichzeitige Zinssenkung sei «kaum mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein». Die Notenbank versucht mit der Zinssenkung die Aufwertung des Franken zu beschränken, um die schweizerische Exportwirtschaft nicht zu stark zu belasten.

Durch die Käufe von Wertpapieren aus der Eurozone hatte die SNB den Euro tendenziell auch zu anderen Währungen gestützt. Daher geriet der Euro nun auch zum Dollar stark unter Druck. Einige Beobachter vermuteten, dass die SNB schon im Vorfeld auf die erwartete weitere Lockerung der Geldpolitik durch die EZB reagieren wollte. Breit angelegte Staatsanleihekäufe der EZB würden den Euro weiter schwächen.

Dollar zum Franken knapp über 0,90 Franken
Auch gegenüber dem US-Dollar legte der Schweizer Franken infolge der Aufhebung der Euro-Untergrenze durch die SNB stark zu. Zeitweise sackte der Dollar auf rund 70 Rappen ab, nachdem er vor dem Entscheid noch bei über einem Franken lag. Inzwischen zeigt sich der Greenback aber wieder etwas erholt und kostet am frühen Abend 0,9010 CHF.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76720 (0,77530) GBP, 136,48 (137,48) JPY und 1,0280 (1,2010) CHF fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1259,00 (1235,00) USD gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33’380,00 (33’020,00) EUR.

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