Eurokurs erholt sich – Hoffnung auf Einigung

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Frankfurt – Die sich offenbar abzeichnende Lösung für das zweite griechische Hilfspaket hat den Kurs des Euro am Dienstag wieder über die Marke von 1,42 US-Dollar steigen lassen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,4208 Dollar gehandelt.

Im frühen Handel in Frankfurt hatte der Euro zeitweise nur 1,4067 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag dann auf 1,4160 (Montag: 1,4045) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7062 (0,7120) Euro.

Anzeichen für Einigung an Griechenland-Gipfel
Aussagen von verschiedenen Vertretern aus der Eurozone signalisierten eine sich abzeichnete Einigung in der Griechenlandfrage auf dem am Donnerstag stattfindenden Gipfel der Staats- und Regierungschefs. Auch die Teilnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Gipfel spricht laut Thomas Amend, Devisenexperte beim Bankhaus HSBC Trinkaus, für eine Lösung. Merkel hatte zuvor erklärt, nur teilnehmen zu wollen, wenn sich eine Einigung abzeichnet. Wie eine mögliche Beteiligung privater Gläubiger aussehen könnte, ist aber laut Amend noch offen. Zuletzt war auch ein Rückkauf griechischer Staatsanleihen und eine Bankenabgabe im Gespräch.

Keine grösseren negativen Auswirkungen bei teilweisem Zahlungsausfall?
Entscheidend dürfte laut Amend die Lösung des Konflikts mit der EZB werden, die einen Kreditausfall unbedingt vermeiden will. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hatte zwei Tage vor dem EU-Sondergipfel einen Kompromiss beim Umgang mit Griechenland-Anleihen im Fall eines möglichen teilweisen Zahlungsausfalls angedeutet. Ein «sehr kurzer Kreditausfall» könnte möglicherweise «keine grösseren negativen Auswirkungen» haben.

Entspannung der Lage in Spanien und Italien
«Die Entspannung der Lage an den Anleihemärkten von Italien und Spanien stützte ebenfalls den Euro», sagte Amend. In den beiden Ländern waren in den vergangenen Tagen wegen der erhöhten Unsicherheit die Risikoaufschläge im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen deutlich gestiegen. Spanien gelang es zudem, sich erfolgreich am Geldmarkt zu refinanzieren. Das Land musste seinen Anlegern jedoch deutlich höhere Zinsen bieten.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87890 (0,87315) britische Pfund , 111,77 (111,10) japanische Yen und 1,1607 (1,1485) Schweizer Franken fest gelegt. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.601,00 (1.599,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 35.740,00 (35.990,00) Euro. (awp/mc/pg)

EZB

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