Europa-Schluss: Anleger warten auf geldpolitische Signale der Fed

Boerse

Paris / London – An Europas Börsen ist der Handel am Donnerstag mit Kursverlusten zu Ende gegangen. Die Zurückhaltung der Anleger vor einem mit Spannung erwarteten Notenbankertreffen hielt an und auch die unsichere Lage am Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul trug zur Unsicherheit bei. Am Ende büsste der EuroStoxx 50 0,27 Prozent auf 4169,87 Punkte ein.

Moderate Verluste gab es auch an den wichtigsten Länderbörsen, allen voran dem deutschen Dax. Unter dem Eindruck dessen, das sich die Stimmung in der französischen Wirtschaft im August zum zweiten Mal in Folge eingetrübt hat, gab der französische Cac 40 um 0,16 Prozent auf 6666,03 Punkte nach. Der britische FTSE 100 ging 0,35 Prozent tiefer bei 7124,98 Zählern über die Ziellinie.

Makrostratege Sébastien Galy von Nordea Asset Management verwies auf die Sorge, die US-Währungshüter könnten bald ein Ende der expansiven geldpolitischen Massnahmen einläuten. Fed-Mitglied James Bullard machte sich am Donnerstag für eine baldige Rückführung der Anleihekäufe stark. Viele Experten rechnen aber damit, dass Präsident Jerome Powell am Freitag in einer Rede eher wenig sagen wird, um der US-Notenbank für konkretere Ankündigungen noch etwas Zeit zu geben.

Ein Blick auf die Branchentabelle verrät, dass Rohstoffwerte von Anlegern vermehrt abgestossen wurden, während die Preise für Industriemetalle vor der Jackson-Hole-Konferenz nachgaben. Der entsprechende Sektor war mit einem minus von 1,5 Prozent das Schlusslicht. Auch für den Sektor der Reise- und Freizeitwerte ging es nach zuletzt vier Gewinntagen um mehr als ein Prozent nach unten.

Gefragt waren dagegen die Medienwerte unter anderem wegen deutlicher Kursgewinne beim Schwergewicht Vivendi. Mehrere grosse Analysehäuser hatten sich am Donnerstag positiv zu den Franzosen geäussert. Ein Kapitalmarkttag habe das Potenzial der Musiktochter Universal aufgezeigt. Streamingmodelle dürften zum Wachstumstreiber in der Musikindustrie werden, hiess es in einer Studie der Credit Suisse.

Ein zweiter klarer Gewinner war der Bausektor mit einem Anstieg um ein halbes Prozent. Dies wurde untermauert von guten Zahlen des Zementkonzerns CRH, dessen Aktien im Londoner Handel um fast vier Prozent vorrückten. Das irische Unternehmen hat im ersten Halbjahr dank des Baubooms deutlich mehr verdient und blickt zuversichtlich auf den weiteren Jahresverlauf. (awp/mc/ps)

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