Gaspreis steigt – Iran verstärkt Angriffe auf Energiewirtschaft am Golf

Gaspreis steigt – Iran verstärkt Angriffe auf Energiewirtschaft am Golf
(Bild: Verband der Schweizerischen Gasindustrie )

Amsterdam – Der Preis für europäisches Erdgas ist am Dienstag nach einer Ausweitung der Angriffe des Iran auf die Energiewirtschaft in der Region am Persischen Golf gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat im frühen Handel um mehr als zwei Prozent auf 52,10 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. Der jüngste Anstieg des Gaspreises wird nach Einschätzung von Experten das Anlegen von Vorräten für den kommenden Winter erschweren.

Zuletzt hat der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf verstärkt. Der Betrieb eines Erdgasfeldes in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde eingestellt, während die Behörden die Schäden eines durch einen Drohnenangriff begutachteten.

Die Angriffe Teherans intensivieren sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich Sorgen vor Lieferengpässen verstärken, nachdem der Krieg im Nahen Osten in seine dritte Woche geht. Die starken Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucher in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen.

Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor fast zwei Wochen um mehr als 60 Prozent verteuert. Wegen des Preissprungs wird die Wiederbefüllung der deutschen Gasspeicher in diesem Jahr nach Einschätzung von Speicherbetreibern eine grosse Herausforderung. Nach Einschätzung der Initiative Energien Speichern (Ines) fehlt dem Markt derzeit jegliche ökonomischen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher. Vor dem Hintergrund der historisch niedrigen Ausgangsfüllstände nach dem Winter stelle dies ein erhebliches Risiko für die Vorbereitung der kommenden Winterversorgung dar. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert