Ölpreise mit kräftigen Verlusten – Schwache Aktienmärkte belasten

Öl-Tanker

New York / London – Die Ölpreise haben am Montag im Fahrwasser schwacher Aktienmärkte deutliche Verluste verzeichnet. Schwindende Hoffnungen auf den kommenden EU-Krisengipfel drückten die Risikofreude an den Märkten, sagten Händler. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 89,80 US-Dollar. Das waren 1,21 Dollar weniger als zum Wochenausklang. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 1,60 Dollar auf 78,18 Dollar.

Die Euro-Schuldenkrise dominierte einmal mehr das Geschehen an den Finanzmärkten: Aus dem Handel hiess es, die Erwartungen an den EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag gingen immer weiter zurück. Die Staats- und Regierungschefs werden sich in Brüssel treffen, um das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise zu beraten. Unter anderem will EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso einen mittelfristigen Fahrplan zur Krisenbewältigung vorstellen. Doch von den kolportierten vier Grundpfeilern – Bankenunion, direkte Bankenhilfen aus dem Rettungstopf ESM, Schuldentilgungsfonds und Finanztransaktionssteuer – dürfte kaum etwas verbindlich vereinbart werden.

Tropensturm  im Anzug
Trotz des angespannten Umfeldes könnte ein Tropensturm in den Ölfördergebieten vor der Südküste der USA in den kommenden Tagen wieder für steigende Ölpreise sorgen, heisst es in einem Ausblick der Commerzbank. Zuletzt seien vorsorglich Ölplattformen im Golf von Mexiko vor dem anrückenden Sturm «Debby» geschlossen worden. Zudem habe der einzige Ölhafen der USA, in dem Supertanker anlanden können, vorübergehend seinen Betrieb eingestellt. «Ob dies ausreicht, eine Trendwende bei den Ölpreisen auszulösen, muss allerdings bezweifelt werden», so die Commerzbank-Analysten.

Auch Opec-Öl günstiger
Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) fiel zuletzt weiter zurück. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 88,74 US-Dollar. Das waren 74 Cent weniger als am Donnerstag. Damit kostete Opec-Öl zurzeit so wenig wie seit Dezember 2010 nicht mehr. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells. (awp/mc/upd/ps)

 

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