Ölpreise: Handelsstreit drückt Kurse

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(Bild: Edelweiss - Fotolia.com)

New York / London – Die Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Montag die Ölpreise gedrückt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 70,63 US-Dollar. Das waren 22 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 35 Cent auf 61,59 Dollar.

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, bereits geltende Sonderzölle auf Wareneinfuhren aus China von bisher 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Zudem sollen sie schon von diesem Freitag an gelten. Der neue Schritt des US-Präsidenten kommt überraschend, denn er hatte den Fortgang der Verhandlungen gelobt. China ist die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt und verbraucht dementsprechend viel Rohöl.

Androhung als Verhandlungstaktik
„Donald Trump dürfte die Androhung weiterer Zölle als Verhandlungstaktik sehen“, kommentierte Thomas Gitzel, Ökonom der VP Bank Gruppe. „Er möchte möglichst rasch zu einem Ergebnis kommen. Klar ist auch, dass der chinesischen Seite an einer Übereinkunft mit den USA gelegen ist. Die Wirtschaft im Reich der Mitte ist angeschlagen und bedarf ohnehin schon der staatlichen Unterstützung.“

Analysten der Commerzbank halten die Abwärtsrisiken einer neuen Eskalationsstufe im Handelsstreit für die globale Konjunktur und damit die Ölnachfrage für gross. „Die momentane Knappheit könnte dann schnell an Bedeutung verlieren.“

Auch im Mittleren Osten stehen die Zeichen auf Konfrontation. Die USA haben ihre Wirtschaftssanktionen gegen Irans Ölindustrie verstärkt. Als militärische Warnung schickten sie zudem den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel. Grund ist der Streit um das iranische Atomprogramm. (awp/mc/ps)

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