Ölpreise steigen trotz schwacher China-Nachfrage

Öl-Tanker

New York/London/Wien –  Die Ölpreise haben sich am Montag weiter erholt und sind trotz schwacher chinesischer Ölimporte gestiegen. Händler erklärten dies unter anderem mit der allgemein starke Kauflaune an den internationalen Finanzmärkten, die auch die Ölpreise mit nach oben ziehe. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 33,69 US-Dollar. Das waren 32 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im März stieg etwas deutlicher um 66 Cent auf 30,09 Dollar.

Nur am Morgen hatten die Importdaten aus China das Rohöl zeitweise unter Verkaufsdruck gesetzt. Am späten Vormittag kommentierten allerdings Rohstoffexperten der Commerzbank: «Der Markt ignoriert schwache chinesische Importdaten.» In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt waren die Ölimporte im Jahresvergleich um 4,6 Prozent auf rund 6,3 Millionen Barrel pro Tag gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit drei Monaten. Angesichts der jüngsten Neujahrsfeierlichkeiten in China erwarten Beobachter im Februar erneut einen Rückgang der Nachfrage.

Förderkürzung wichtiger Ölstaaten erwartet
Nach Einschätzung der Commerzbank-Experten sorgt auch die Spekulation auf eine Förderkürzung wichtiger Ölförderstaaten weiter für Auftrieb bei den Ölpreisen. «Offensichtlich wirken die Aussagen des Energieministers der Vereinigten Arabischen Emirate zu möglichen Produktionskürzungen nach,» hiess es. Die Stellungnahme hatte in der vergangenen Woche einen rasanten Anstieg der Ölreise zur Folge. «Dass der Markt darauf so heftig reagiert hat, zeigt, dass man diese Äusserungen durchaus ernst nimmt», so die Commerzbank-Experten. Seit Monaten belastet eine zu hohe Nachfrage auf dem Weltmarkt die Ölpreise. Der starke Preisrückgang der vergangenen Monate führt mittlerweile zu starken Einnahmeausfällen bei führenden Rohstoffmächten. So sind beispielsweise die russische Ausfuhrzölle auf Rohöl im März nach Angaben des Finanzministeriums in Moskau um 24 Prozent im Monatsvergleich eingebrochen.

Opec-Preis gestiegen
Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist zuletzt gestiegen. Das Opec-Sekretariat meldete am Montag, dass der Korbpreis am Freitag 26,74 US-Dollar pro Barrel betragen habe. Das waren 1,53 Dollar mehr als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells. (awp/mc/ps)

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