Ölpreise uneinheitlich

Ölfeld

New York – Die Ölpreise haben sich am Dienstag uneinheitlich gezeigt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am späten Nachmittag 96,88 US-Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass US-Rohöl der Marke WTI zur Auslieferung kletterte hingegen um 76 Cent auf 91,63 Dollar.

Händler erklärten den Anstieg beim US-Ölpreis mit den jüngsten Luftangriffen der USA auf Ziele der IS-Terrormiliz. «Der Markt zeigt sich vor dem Hintergrund der Luftangriffe etwas nervös», beschrieb ein Hedgefonds-Manager die Stimmung. In der Nacht zum Dienstag haben die USA begonnen, auch Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu bombardieren.

Harte Landung für die chinesische Konjunktur?
Bis zum Mittag hatten noch beide Ölpreise nach robusten Konjunkturdaten aus China zugelegt. «Wir rechnen in diesem Jahr nicht mit einer harten Landung der chinesischen Konjunktur», sagte Rohstoffexperte Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Zuvor war der von der britischen Grossbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Industrie überraschend gestiegen. Der Indexwert erreichte 50,5 Punkte und liegt damit über der Expansionsschwelle von 50 Punkten, ab der Experten von einem Wachstum ausgehen. China ist der zweitgrösste Ölverbraucher der Welt.

Überangebot auf dem Weltmarkt
Generell dürften die Ölpreise nach Einschätzung von Experten in den kommenden Tagen aber immer wieder unter Druck geraten. Fachleute der Commerzbank sprechen von einem Überangebot an Rohöl auf dem Weltmarkt. Nur die «unverzügliche Kürzung» der Fördermenge durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) könnte den Preisdruck verringern. Aber hierfür gebe es innerhalb des Ölkartells offensichtlich keine Mehrheit, hiess es weiter bei der Commerzbank.

Der Preis für Opec-Rohöl ging zuletzt zurück. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 94,37 Dollar. Das waren sieben Cent weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells. (awp/mc/pg)

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