US-Schluss: Gewinne im späten Handel geschmolzen

US-Schluss: Gewinne im späten Handel geschmolzen

New York – Die US-Börsen haben sich am Freitag vor dem verlängerten Wochenende recht robust präsentiert. Allerdings gaben die Indizes wenige Minuten vor dem Handelsschluss den Grossteil ihrer Gewinne ab. Dem Leitindex Dow Jones Industrial blieb am Ende ein Plus von nur noch 0,19 Prozent auf 34’529,45 Punkte. Er verbuchte damit auf Wochensicht einen Zuwachs von 0,9 Prozent. Der marktbreite S&P 500 schloss am Freitag 0,08 Prozent höher auf 4204,11 Punkten. Hinauf um letztlich 0,21 Prozent auf 13’686,51 Punkte ging es für den technologielastigen Nasdaq 100. Am Montag ist in den USA Feiertag, die Börsen sind dann geschlossen.

Insgesamt seien am US-Aktienmarkt die Anleger die meiste Zeit wieder risikobereiter gewesen angesichts recht solider Wirtschaftsdaten, der Ausgabenpläne von US-Präsident Joe Biden und der Erwartung einer weiter sehr lockeren US-Geldpolitik, hiess es aus dem Handel. In dem am Freitag veröffentlichten Haushaltsentwurf heisst es, das Budget für das kommende Jahr von rund sechs Billionen Dollar werde die USA durch Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung wettbewerbsfähiger machen. Die Investitionen würden Millionen Jobs schaffen.

Vorne im Dow waren die Papiere von Salesforce. Der Softwarekonzern schaut nach einem guten Start ins neue Geschäftsjahr mit Zuversicht auf den weiteren Verlauf des Jahres und erhöhte die Prognosen. Im abgelaufenen Jahresviertel stiegen Erlös und Gewinn deutlich. Dies kam bei den Anlegern sehr gut an, die Aktien legten um 5,4 Prozent zu.

Am Vortag noch im Sog der Produktionsziele von Airbus deutlich gestiegen, rückten Boeing nun wieder mit negativen Schlagzeilen in den Fokus. Der Flugzeugbauer muss bei der Behebung von Produktionsmängeln beim Langstreckenjet 787 Dreamliner einem Pressebericht zufolge einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Boeing habe die Auslieferung des Flugzeugtyps erneut gestoppt, berichtete das «Wall Street Journal». Die Boeing-Papiere verloren am Dow-Ende 1,5 Prozent.

Umsatz und Gewinn je Aktie des Computerherstellers HP Inc fielen im zweiten Geschäftsquartal besser aus als von Analysten erwartet. Trotz der positiven Zahlen wetteten einige Investoren darauf, dass das PC-Wachstum seinen Höhepunkt erreicht habe und sich nicht weiter beschleunigen werde, sagten Händler. Dies erkläre das hohe Kursminus von fast neun Prozent.

Die Aktien der Kinokette AMC Entertainment schnellten anfangs um etwa ein Drittel in die Höhe auf ein Rekordhoch. Wieder einmal hätten sich Nutzer auf Social-Media-Plattformen zusammengetan, um die Titel zunächst nach oben zu treiben, hiess es. Wie so oft schwankten die Titel aber auch am Freitag stark. Aus dem Handel gingen AMC dann 1,5 Prozent tiefer. Die ebenfalls häufig von Spekulationen getriebenen Aktien des Videospielehändlers Gamestop fielen um 12,6 Prozent.

Nach vorübergehenden Verlusten erholte sich der Euro im New Yorker Handel wieder mit Kursen von zeitweise über 1,22 US-Dollar. Nach US-Börsenschluss wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,2193 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2142 (Donnerstag: 1,2198) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8236 (0,8198) Euro gekostet. Am Rentenmarkt stieg der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,06 Prozent auf 131,82 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Anleihen betrug 1,58 Prozent. (awp/mc/ps)

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