US-Schluss: Dow mit später Erholung – Vorsicht dominiert

US-Schluss: Dow mit später Erholung – Vorsicht dominiert
(Adobe Stock)

New York – Nach einer Berg- und Talfahrt haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag im Plus geschlossen. Insgesamt bleibt die Stimmung aber angespannt angesichts der Rezessionsängste im Zuge einer hohen Inflation und steigender Leitzinsen. Der Dow Jones Industrial gewann letztlich 0,64 Prozent auf 30 677,36 Punkte. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,95 Prozent auf 3795,73 Zähler zu. Der technologiewertelastige Nasdaq 100 stieg um 1,47 Prozent auf 11 697,68 Punkte.

Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen etwas weniger stark zurück als erwartet. Die Stimmung unter den Einkaufsmanagern der Industrie und im Dienstleistungssektor war im Juni schlechter als prognostiziert. Am Mittwoch hatte US-Notenbankchef Jerome Powell die Möglichkeit einer Rezession eingeräumt. Eine solche zu vermeiden, sei «sehr herausfordernd».

Wegen der anhaltenden Konjunktursorgen sind am Donnerstag die Ölpreise erneut gefallen. Dies sorgte wieder einmal für deutliche Verluste unter den Ölaktien. So gehörten die Papiere von Chevron mit einem Minus von 3,7 Prozent zu den schwächsten Werten im Dow. Die Titel von ExxonMobil büssten 3 Prozent ein.

Gegen den allgemeinen Markttrend verteuerten sich die Aktien von Nike um 2,9 Prozent und waren damit unter den attraktivsten Papieren im Dow. Der weltgrösste Sportartikelkonzern will sich angesichts des andauernden Krieges gegen die Ukraine komplett aus Russland zurückziehen. Nike hatte seine Geschäfte in Russland – wie viele andere westliche Unternehmen – bereits nach dem Einmarsch in die Ukraine deutlich eingeschränkt.

Die kriselnde E-Zigarettenfirma Juul darf ihre Produkte auf dem US-Heimatmarkt nicht mehr anbieten. Die Gesundheitsbehörde FDA erliess am Donnerstag ein Verkaufsverbot mit der Begründung, dass Juuls Produkte ein zu grosses Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellten. Eine E-Zigaretten-Epidemie unter US-Jugendlichen brachte die FDA unter Handlungsdruck.

Entsprechende Pressemeldungen hatten bereits am Vortag die Aktien des US-Tabakkonzerns Altria um mehr als 9 Prozent einbrechen lassen. Der Marlboro-Hersteller war im Dezember 2018 für 12,8 Milliarden Dollar mit 35 Prozent bei Juul eingestiegen. Inzwischen hat Altria die Beteiligung fast komplett abgeschrieben. Zuletzt stand sie noch mit einem Wert von 1,6 Milliarden Dollar in der Bilanz. Am Donnerstag stiegen die Altria-Titel um 2,4 Prozent.

Die Aktien von Robert Half International sackten um 6,3 Prozent ab, nachdem die Bank of America (BofA) die Anteilsscheine des Personaldienstleisters gleich um zwei Stufen von «Buy» auf «Underperform» abgestuft und das Kursziel von 133 auf 67 US-Dollar praktisch halbiert hatte. Wie Analystin Heather Balsky in einer am Donnerstag vorliegenden Studie schrieb, dürften 2023 die Bedingungen am Arbeitsmarkt schwieriger werden.

Der Euro kostete zuletzt 1,0522 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0493 (Mittwoch: 1,0521) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9530 (0,9505) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen legten deutlich zu. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg zuletzt um 0,49 Prozent auf 117,53 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel im Gegenzug auf 3,10 Prozent. (awp/mc/pg)

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