US-Schluss: Dow klettert 1,8% auf 25’336 Punkte

US-Schluss: Dow klettert 1,8% auf 25’336 Punkte

New York – Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht hat der Wall Street zum Ende einer guten Börsenwoche nochmal ein Kursfeuerwerk beschert. Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach am Freitag von Daten «ganz nach dem Geschmack der Anleger». Zudem begrüssten die Marktteilnehmer das geplante Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Die US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium stiessen zwar auf viel Kritik. Den Aktienkursen dies- und jenseits des Atlantik konnte das aber mittlerweile kaum mehr etwas anhaben

Der Dow Jones Industrial baute seine Anfangsgewinne sukzessive aus und schloss 1,77 Prozent fester bei 25’335,74 Punkten. Damit knüpfte er an seine moderat freundliche Vortagstendenz an und überwand erstmals seit Monatsbeginn wieder die viel beachtete, runde Marke von 25 000 Punkten. Auf Wochensicht verbuchte der wichtigste Aktienindex der Vereinigten Staaten ein sattes Plus von 3,25 Prozent – bis zu seinem Rekordhoch bei 26’616 Punkten aus dem Januar fehlen ihm noch weniger als 5 Prozent.

Der marktbreite S&P-500-Index gewann am Freitag 1,74 Prozent auf 2786,57 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 1,93 Prozent auf 7101,18 Zähler bergauf.

In den USA profitiert die Wirtschaft weiter von einem robusten Arbeitsmarkt. Während die Beschäftigung im Februar überraschend stark zulegte, blieb die zuletzt stark beachtete Lohnentwicklung hinter den Erwartungen zurück. «Für die (US-Notenbank) Fed ergibt sich aus dem neuen Bericht kein neuer Handlungsdruck», kommentierte Experte Altmann. «Die Fed kann ihren eingeschlagenen Kurs damit in Ruhe und ohne weitere Beschleunigung fortführen.» Volkswirt Rudolf Besch von der DekaBank sprach von einem «aus Fed-Sicht wunschgemässen Arbeitsmarktbericht».

Derweil wollen die verfeindeten USA und Nordkorea völlig überraschend bei einem historischen Gipfeltreffen über eine Lösung des Atomkonflikts sprechen. Das Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un soll bis Mai stattfinden. Trump sei dazu bereit, bestätigte das Weisse Haus.

Am US-Aktienmarkt legten die Titel des amerikanischen Autozulieferers Dana um 3,59 Prozent zu, nachdem der britische Konkurrent GKN ihn im Kampf gegen ein Übernahmeangebot als sogenannten «weissen Ritter» ins Boot geholt hatte. GKN will sich mittels einer Teilfusion mit Dana vor dem Kauf durch den Industriekonzern Melrose retten.

Die Bemühungen des Chipkonzerns Broadcom um eine Übernahme des US-Rivalen Qualcomm gehen in eine neue Runde. Broadcom will die Sicherheitsbedenken von US-Politikern gegen die Transaktion aus dem Weg räumen. Man werde nach einer Übernahme keine sicherheitsrelevanten Teile von Qualcomm an ausländische Unternehmen verkaufen, schrieb das in Singapur ansässige Unternehmen in einem Brief an den US-Kongress. Daraufhin legten die Aktien von Broadcom und Qualcomm um 2,77 beziehungsweise 1,96 Prozent zu.

Die Aktien von Düngemittelherstellern profitierten von möglichen Produktionsproblemen eines Konkurrenten: Mosaic und Nutrien verteuerten sich um jeweils mehr als 3 Prozent. Der weissrussische Kalidünger-Hersteller Belaruskali könnte sich nach einem Unfall in einem heimischen Bergwerk gezwungen sehen, seine Produktion zu unterbrechen, berichtete die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Derweil sind die Gespräche über einen Kauf des Agrarunternehmens Bunge durch den grösseren Konkurrenten Archer-Daniels-Midland (ADM) erst einmal gescheitert, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen berichtete. Während die Bunge-Aktien 2,66 Prozent verloren, traten ADM kaum verändert auf der Stelle.

Bei den Spielzeugherstellern Mattel und Hasbro ging angesichts von Berichten über ein drohendes Ende des Geschäftsbetriebs der insolventen Spielwaren-Einzelhandelskette Toys’R’Us die Angst um: Die Aktien verloren 7,11 beziehungsweise 2,06 Prozent.

Die Anteilseigner des Online-Händlers Amazon feierten indes bei 1578,94 US-Dollar ein neues Rekordhoch der Aktie – letztlich stieg sie um 1,74 Prozent auf 1578,89 Dollar, womit das Unternehmen an der Börse knapp 760 Milliarden Dollar wert ist.

Der Euro wurde vom US-Arbeitsmarktbericht gestützt und notierte bei 1,2307 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2291 (Donnerstag: 1,2421) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8136 (0,8051) Euro. Am Markt für US-Staatsanleihen verloren richtungsweisende zehnjährige Papiere 10/32 Punkte auf 98 24/32 Punkte und rentierten mit 2,90 Prozent. (awp/mc/ps)

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