US-Schluss: Anleger nehmen nach Rekorden Gewinne mit

Boerse

New York – Die Anleger haben am Donnerstag die anfänglichen Rekorde an der Wall Street zu Gewinnmitnahmen genutzt. Der Dow Jones Industrial erreichte schon im frühen Handel eine Bestmarke, von der aus dann die Gewinne sukzessive abbröckelten. Auf der Schlussgeraden drehte der US-Leitindex noch ins Minus und schloss 0,22 Prozent tiefer bei 30 991,52 Punkten.

Auch der Technologieindex Nasdaq Composite beendete den Tag nach seinem Rekordhoch mit negativem Vorzeichen. Nicht besser erging es den anderen wichtigen US-Aktienindizes, die zeitweise nur knapp unter ihren Rekorden notierten: Der marktbreite S&P 500 verabschiedete sich mit einem Kursrückgang um 0,38 Prozent auf 3795,54 Zähler aus dem Handel und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 schloss 0,58 Prozent tiefer bei 12 898,69 Zählern.

Als Grund für die lange freundliche Kursentwicklung sahen Marktbeobachter einen Medienbericht, wonach der designierte US-Präsident Joe Biden billionenschwere Corona-Hilfen plant. Berater Bidens hätten Mitgliedern des Kongresses mitgeteilt, dass sich die Staatshilfen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise auf rund zwei Billionen US-Dollar belaufen dürften, berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Biden werde die Details des Plans noch an diesem Donnerstag bekannt geben, hiess es weiter. Diese sollen nach 19.00 Uhr (Ortszeit) enthüllt werden – also erst deutlich nach der Schlussglocke an der Wall Street. Zudem hielten die überraschend stark gestiegenen wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe die Kaufbereitschaft schon zuvor in Grenzen.

Unter den Einzelwerten stach Blackrock negativ heraus: Obwohl der Finanzgigant für das verwaltete Vermögen im Schlussquartal 2020 einen Rekordwert berichtete, sackten die Aktien um über viereinhalb Prozent ab. Vorausgegangen war allerdings eine fast zweiwöchige Rekordrally – nun machten offenbar etliche Anleger Kasse.

Ähnlich sah es bei den Aktien von Snap aus, die mit einem Minus von mehr als acht Prozent an die Gewinnmitnahmen vom Vortag anknüpften – begünstigt offenbar durch die Nachricht, dass der Betreiber der Video- und Kurznachrichten-App Snapchat den Account des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump gesperrt hat. Damit folgte Snap dem Beispiel anderer Online-Netzwerke wie Twitter und Facebook.

Derweil schossen die Anteilscheine von Acacia Communications um fast ein Drittel auf 113,64 Dollar hoch. Sie profitierten davon, dass sich der Glasfasertechnologie-Anbieter endlich mit dem Netzwerkspezialisten Cisco auf einen Übernahmepreis geeinigt hat: Mit einer Offerte von 115 US-Dollar je Aktie, die Acacia mit insgesamt rund 4,5 Milliarden Dollar bewertet, konnte Cisco die Acacia-Verantwortlichen überzeugen. Cisco hatte seine Übernahmepläne bereits im Sommer 2019 publik gemacht. Die Cisco-Papiere verloren am Donnerstag fast ein halbes Prozent.

Ein starkes Börsendebüt legte der Heimtierbedarfs-Händler Petco Health and Wellness hin: Am Ende notierten die Aktien des Zooplus -Branchenkollegen bei 29,40 Dollar, was einen Aufschlag von fast zwei Drittel zum Ausgabepreis von 18 Dollar bedeutet.

Die Aktien von Delta Air Lines gewannen rund zweieinhalb Prozent, obwohl die Fluggesellschaft für das vergangene Jahr einen zweistelligen Milliardenverlust bekannt gab. Für Analysten kam diese Entwicklung indes nicht überraschend, und das Unternehmen zeigte sich mit Blick auf 2021 optimistisch. Die Aktien anderer US-Airlines legten teils noch deutlicher zu.

Bei Beyond Meat konnten sich die Anteilseigner über eine weitere Kurserholung freuen: Die Titel des Fleischersatz-Herstellers zogen dank einer Kooperationsvereinbarung mit dem Systemgastronomiekonzern Yum Brands, zu dem unter anderem die Restaurantketten KFC, Pizza Hut und Taco Bell gehören, um knapp 14 Prozent an. Damit konnten sie die Kursdelle seit Ende Dezember wieder ausbügeln. Die Yum-Aktien gewannen über ein halbes Prozent.

Der Euro zeigte sich nach einem Vierwochentief in New York mit 1,2160 Dollar zuletzt wenig bewegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2124 (Mittwoch: 1,2166) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8248 (0,8220) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen gerieten nach einem verhaltenen Start stärker unter Druck: Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sank um 0,18 Prozent auf 136,55 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 1,13 Prozent. (awp/mc/pg)

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