US-Eröffnung: Dow Jones auf Rekordhoch – Jobdaten dämpfen Zinssorgen
New York – Ein deutlich schwächer als erwarteter Beschäftigungsaufbau in den USA hat am Donnerstag die Zinssorgen der Anleger gedämpft und dem bekanntesten Wall-Street-Index Dow Jones Industrial so eine Bestmarke beschert.
Am letzten Tag der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche kletterte der Dow erstmals in seiner Geschichte über 52.800 Punkte und toppte damit sein Rekordhoch vom Vortag. Zuletzt kam er leicht zurück und legte um 0,7 Prozent auf 52.645 Punkte zu. Im Wochenverlauf ergibt sich aktuell ein Plus von 1,5 Prozent.
Der S&P 500 stieg am Donnerstag zuletzt um 0,1 Prozent auf 7.493 Punkte, während der technologielastige Nasdaq 100 nach frühen Gewinnen in die Verlustzone drehte. Er gab um 0,7 Prozent auf 29.588 Punkte nach und steuert damit auf ein Wochenplus von 1,6 Prozent zu.
In der US-Wirtschaft wurden im Juni nur halb so viele neue Stellen geschaffen wie prognostiziert, was laut Analyst Tobias Basse von der NordLB «eindeutig» den Handlungsdruck des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh dämpft. «Er kann damit einfacher auf Zeit spielen und auf freundlichere Inflationsdaten warten.»
Die Erwartungen an eine Zinserhöhung in den USA haben sich mit diesen Daten etwas nach hinten verschoben, ergänzte ein Marktbeobachter. Das komme gut an den Börsen an, da höhere Zinsen die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen schmälern.
Im Halbleiterbereich ging es erneut für zahlreiche Aktien spürbar abwärts, da weitere Gewinne mitgenommen wurden. Zu den schwächsten Werten im Nasdaq 100 zählten etwa Applied Materials, Lam Research, Sandisk und KLA mit Verlusten zwischen 6,0 und 8,5 Prozent.
Von der sich fortsetzenden Stabilisierung des Bitcoin-Kurses nach einem 21-Monats-Tief profitierten Aktien von Unternehmen, die massgeblich an die Wertentwicklung der Digitalwährung gekoppelt sind. So berappelten sich etwa die Anteile von Strategy um weitere 8,5 Prozent und die von Coinbase um weitere 5,5 Prozent. Strategy ist ursprünglich ein Softwareentwickler, investiert aber schon seit Jahren massiv in den Bitcoin. Coinbase eine wichtige Handelsplattform für Kryptowährungen.
Tesla, die zunächst freundlich gestartet waren, gaben ebenfalls um 5,5 Prozent nach. Damit ist ein Teil der Kursgewinne aus den vergangenen drei Handelstagen wieder Geschichte. Der Technologiekonzern hatte zuvor Zahlen für seine E-Auto-Auslieferungen im zweiten Quartal veröffentlicht, die besser als erwartet ausgefallen waren.
Apple legten an der Dow-Spitze um 3,7 Prozent zu. Wie die japanische Wirtschaftszeitung «Nikkei» unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, plant der Techkonzern die Produktion von rund 10 Millionen faltbaren iPhones in diesem Jahr, statt bislang prognostizierter 7 bis 8 Millionen. (awp/mc/ps)