US-Schluss: Dow steigt und dämmt Wochenverlust ein

Boerse

New York – Die US-Aktienmärkte haben am Freitag ihren Erholungskurs vom Vortag fortgesetzt und deutlich fester geschlossen. Es war zugleich das versöhnliche Ende einer verlustträchtigen Woche. Im Anlegerfokus standen die US-Arbeitsmarktdaten, die Licht und Schatten zeigten. Positiv war die Entwicklung der Arbeitslosigkeit, die auf den niedrigsten Stand seit 50 Jahren sank. Die Lohnentwicklung war jedoch hinter den Prognosen zurückgeblieben.

Der Dow Jones Industrial schloss knapp unter seinem Tageshoch mit einem Gewinn von 1,42 Prozent bei 26’573,72 Punkten. Wegen der heftigen Verluste am Dienstag und Mittwoch resultierte daraus jedoch ein Wochenminus von knapp einem Prozent. Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag letztlich 1,42 Prozent auf 2952,01 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,51 Prozent auf 7754,10 Zähler aufwärts.

Nach Einschätzung von LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert ist der US-Arbeitsmarktbericht insgesamt zu stark ausgefallen, um von einer drohenden US-Rezession zu sprechen. Allerdings dürfte sich die Notenbank Fed schwer tun, aus den Daten eindeutige Schlüsse zu ziehen. Unter dem Strich sollte die verhaltene Lohnentwicklung den Währungshütern Raum geben, ihre Geldpolitik bei Bedarf weiter zu lockern. Ende Oktober findet die nächste Zinssitzung statt.

In diesem Jahr hat die Fed ihren Leitzins bereits zweimal gesenkt. In der abgelaufenen Woche signalisierten jedoch wichtige Unternehmensumfragen, dass die Schwäche der US-Industrie auf den grossen Dienstleistungssektor übergreift. Ökonomen sehen hierin eine grosse Konjunkturgefahr, weil die Dienstleister bisher als Wachstumsstütze galten.

Bei den Einzelwerten standen die Apple-Aktien mit plus 2,8 Prozent ganz oben im Dow und nähern sich damit wieder ihrem Rekordhoch vom vergangenen Oktober. Konzernchef Tim Cook hatte sich optimistisch zur weiteren Geschäftsentwicklung des Elektronikkonzerns geäussert. Er rechnet mit einem neuen Wachstumszyklus für Smartphones und zeigte sich zufrieden über die Verkäufe der neuen iPhone-Modelle. Zudem berichtete die japanische „Nikkei Asian Review“ ohne Quellenangaben, die Nachfrage nach dem neuen iPhone 11 sei stärker als angenommen.

Die Aktien des Kommunikationsspezialisten Avaya sprangen um fast ein Drittel nach oben. Das Unternehmen war eine strategische Partnerschaft mit dem Wettbewerber RingCentral eingegangen.

Bei den Aktien von HP Inc kam es zu einem Kursabschlag von knapp zehn Prozent. Analysten hatten sich zurückhaltend zu den Umstrukturierungsplänen des PC- und Druckerherstellers geäussert. Das Unternehmen will 7000 bis 9000 Stellen streichen und damit sowie mit anderen Massnahmen jährlich rund eine Milliarde US-Dollar einsparen.

Der Kurs des Euro blieb im US-Handel stabil bei rund 1,0980 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0979 (Donnerstag: 1,0951) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9108 (0,9131) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen stiegen zuletzt um 4/32 Punkte auf 100 30/32 Punkte und rentierten mit 1,52 Prozent. (awp/mc/ps)

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