US-Schluss: Inflationsdaten beruhigen – Wieder Dow-Rekord

Boerse

New York – Jüngste US-Inflationsdaten haben die Anleger am New Yorker Aktienmarkt zur Wochenmitte beruhigt. Der Dow Jones Industrial kletterte den dritten Tag in Folge auf ein Rekordhoch. Zum Börsenschluss gewann der US-Leitindex noch 1,46 Prozent auf 32’297,02 Punkte. Die Anteile des Flugzeugherstellers Boeing knüpften an der Index-Spitze mit plus 6,4 Prozent an ihren starken Vortag an. Der Trend zu Papieren der «Old Economy» beziehungsweise zu Value-Titeln – also Aktien mit Aufholpotenzial – hielt an.

Die Technologie-Börse Nasdaq bremste dies am Mittwoch gleichwohl nicht allzu sehr. Nach der imposanten Vortageserholung schwankten dort die Kurse zwischen Plus und Minus, am Ende des Tages gab der Nasdaq 100 um 0,33 Prozent auf 12’752,07 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,60 Prozent auf 3898,81 Punkte zu.

Nachdem in jüngster Vergangenheit Inflationsängste die Anleiherenditen nach oben getrieben und damit die Aktienmärkte zeitweise deutlich belastet hatten, blickten die Anleger am Mittwoch mit umso grösserer Spannung auf neue Verbraucherpreisdaten. Im Grossen und Ganzen erfüllten diese die Erwartungen. Zwar scheine der Preisdruck zuzunehmen, grösser werden sollten die Inflationssorgen dennoch nicht, so Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba. Er verwies darauf, dass die Teuerung mit erhöhten Energiekosten in Zusammenhang stehe, die Kernrate aber leicht gesunken sei.

Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) kletterte zuletzt um 0,08 Prozent auf 132,51 Punkte, die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen sank auf 1,52 Prozent und bewegte sich damit klar unter ihrem unlängst erreichten Hoch seit gut einem Jahr von 1,61 Prozent. Auslöser des Anstiegs waren die Inflationssorgen, die in Zusammenhang mit dem gigantischen US-Konjunkturpaket stehen zur Bewältigung der Corona-Krise. Es ist inzwischen beschlossene Sache. Nach dem US-Senat stimmte am Mittwoch auch das Repräsentantenhaus dem Vorhaben im Umfang von rund 1,9 Billionen US-Dollar zu.

Die Aktien von General Electric (GE) verloren im S&P 500 5,4 Prozent. Der US-Mischkonzern trennt sich im Zuge seines Umbaus von seinem Flugzeug-Leasinggeschäft Gecas, das er mit dem irischen Konkurrenten AerCap zusammenlegt. Berichte dazu hatte es bereits am Montag gegeben, worauf die GE-Papiere sehr positiv reagiert hatten. An diesem Mittwoch bestätigte GE zudem die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie in diesem Jahr, was Analysten ein wenig enttäuschte. Zudem kündigte GE an, Aktien zusammenzulegen.

Schlagzeilen machten abermals die Gamestop-Aktien, die seit Ende Januar bei privaten Spekulanten hoch im Kurs stehen. Lange Zeit war es zwar etwas ruhiger geworden um die Papiere, spätestens in dieser Woche lenkten sie die Aufmerksamkeit aber wieder auf sich mit zwei Kurssprüngen am Montag und Dienstag. Die Rally setzten sie am Mittwoch zunächst fort, ehe sie wie ein Stein fielen. Aus dem Handel gingen sie dann wieder um 7,3 Prozent höher.

Die Online-Videospielplattform Roblox legte einen starken Start an der Börse hin. Die New Yorker Börse Nyse hatte den Referenzpreis für die Papiere auf 45 Dollar festgesetzt, das entsprach einer Gesamtbewertung von rund 30 Milliarden Dollar. Der erste Kurs lag mit 64,50 Dollar ebenso deutlich darüber wie der Schlusskurs von 69,50 Dollar. In der Pandemie entwickelte sich Roblox zum virtuellen Tummelplatz für Kinder, nun will der Konzern die Wall Street erobern.

Der Euro kostete nach dem New Yorker Börsenschluss 1,1927 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1892 (Dienstag: 1,1894) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8409 (0,8408) Euro gekostet. (awp/mc/ps)

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