US-Schluss: Uneinheitlich – Technologiewerte fester

US-Schluss: Uneinheitlich – Technologiewerte fester

New York – Die US-Aktienmärkte haben am Mittwoch nach der US-Notenbanksitzung und starken Wirtschaftsdaten uneinheitlich geschlossen. Während Standardwerte mehrheitlich nachgaben, wiesen Papiere aus der zweiten Reihe überwiegend positive Vorzeichen auf. Der Dow Jones Industrial verlor 0,19 Prozent auf 16 880,36 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 0,01 Prozent auf 1970,07 Punkte. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 profitierte vor allem von euphorisch aufgenommenen Zahlen des Kurznachrichtendienstes Twitter und legte um 0,43 Prozent auf 3976,07 Punkte zu.

Wie die US-Notenbank Fed mitteilte, wird sie ihre Anleihenkäufe zur Belebung der Wirtschaft wie erwartet um weitere zehn Milliarden US-Dollar auf 25 Milliarden Dollar je Monat drosseln. Das eingeschlagene Tempo beim Abbau des ursprünglich 85 Milliarden Dollar umfassenden Wertpapierkaufprogramms behalten die Währungshüter damit bei. Den Leitzins beliess die Notenbank unverändert in einer Spanne von null und 0,25 Prozent.

Bereits vor Handelsbeginn wurde bekannt, dass die US-Konjunktur im zweiten Quartal mit auf dass Jahr hochgerechneten 4,0 Prozent überraschend stark gewachsen war. Der Einbruch im Auftaktquartal fiel zudem nicht so stark aus wie ursprünglich ermittelt. «Die Zahlen können nach dem schwachen Auftaktquartal überzeugen. Der deutlich über den Erwartungen liegende Anstieg des BIP-Wachstums sowie der robuste Konsum sind Zeichen dafür, dass der Aufschwung intakt ist. Die heutigen Zahlen untermauern das Szenario einer robusten Expansion der US-Wirtschaft», kommentierte Helaba-Volkswirt Johannes Jander.

Bei den Einzelwerten stachen die Twitter-Aktien mit einem Kurssprung von knapp 20 Prozent heraus. Damit hat sich der Wert des Kurznachrichtendienstes seit dem Börsengang vergangenen November schon fast verdoppelt. Twitter hatte dank stark gestiegener Nutzerzahlen und Werbeeinnahmen seine Erlöse im zweiten Quartal mehr als verdoppelt und hob den Umsatzausblick an.

Die Papiere von US Steel gewannen mehr als 19 Prozent und machten damit den stärksten Sprung nach oben seit fünf Jahren. Der grösste Stahlkonzern der Vereinigten Staaten hatte ebenfalls unerwartet gute Quartalszahlen veröffentlicht. Bereinigt um Sondereffekte erwirtschaftete US Steel einen Gewinn von 0,17 US-Dollar je Aktie, während Analysten im Schnitt mit einem Verlust von 0,31 Dollar gerechnet hatten. Auch der Ausblick auf das laufende Quartal fiel positiv aus.

Der Biotechkonzern Amgen will trotz guter Geschäfte Fabriken schliessen und bis zu 15 Prozent der Stellen streichen. Zudem hob das Unternehmen nach einem starken Quartal seine Umsatz- und Ergebnisziele für das Jahr an und zeigt sich damit optimistischer als Experten. Die Aktien verteuerten sich um 5,43 Prozent. Die Lust aufs Einkaufen mit der Kreditkarte hatte dem Anbieter American Express zwischen April und Juni die Kasse gefüllt. Umsatz und Gewinn legten wie erwartet zu. Die Anteilscheine verloren 0,87 Prozent.

Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise haben die Bank of America schmerzlich eingeholt. Ein New Yorker Richter verurteilte das Kreditinstitut am Mittwoch zur Zahlung von knapp 1,3 Milliarden Dollar wegen Betruges an den beiden staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Die Titel der Bank zeigten sich davon aber unbeeindruckt und kletterten um 1,56 Prozent nach oben.

Der Kurs des Euro fiel nach den starken US-Wirtschaftsdaten unter die Marke von 1,34 US-Dollar. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,3392 Dollar. Richtungweisende zehnjährige Anleihen sanken um 27/32 auf 99 16/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,56 Prozent. (awp/mc/ps)

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