US-Schluss: Dow dreht ins Plus – Twitter-Übernahme nahe

Boerse
(Adobe Stock)

New York – Die US-Aktienmärkte haben am Montag ihre anfänglich deutlichen Kursverluste im Handelsverlauf in Gewinne verwandelt. Händler begründeten die Erholung mit dem zunehmenden Optimismus, dass die in dieser Woche zur Bekanntgabe anstehenden Quartalszahlen einiger grosser US-Technologiekonzerne gut ausfallen werden. Im frühen Handel hatten noch Zins- und Konjunkturängste dominiert. Für Aufsehen sorgte im späten Geschäft die Nachricht, dass Twitter den Widerstand gegen eine Übernahme durch Tech-Milliardär Elon Musk aufgegeben hat.

Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor in der ersten Handelshälfte zeitweise mehr als 3,5 Prozent, ehe er sich kräftig berappelte und ins Plus drehte. Letztlich gewann der US-Leitindex 0,70 Prozent auf 34 049,46 Punkte. Der marktbreite S&P 500 schloss mit einem Plus von 0,57 Prozent bei 4296,12 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 1,32 Prozent auf 13 533,22 Punkte.

Seit dem Wochenausklang hatte eine verstärkte Zinsangst auf die Stimmung der Anleger gedrückt und zunächst auch am Montag für erhebliche Belastung gesorgt. Insbesondere Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell über einen grossen Zinsschritt auf der nächsten Sitzung der Fed Anfang Mai hatten die zuvor gute Marktstimmung kippen lassen. Hinzu kamen Sorgen um die Auswirkungen der rigiden chinesischen Corona-Politik auf die Weltwirtschaft.

Aus Branchensicht standen Energiewerte am stärksten unter Verkaufsdruck, nachdem die Ölpreise deutlich gefallen waren. Entsprechend gehörten die Aktien von Chevron , ExxonMobil und ConocoPhillips mit Verlusten zwischen 2,2 und 4,5 Prozent zu den schwächsten Werten. Am Rohölmarkt dominieren zunehmend Sorgen über eine schwächere Nachfrage wegen der strengen Corona-Massnahmen in China. Die Wirtschaftsmetropole Shanghai geht bereits in die vierte Woche eines harten Lockdowns.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Twitter im Mittelpunkt des Interesses. Der Online-Dienst teilte am Montag mit, dass er sich mit Tesla-Chef Elon Musk auf eine Übernahme verständigt hat. Twitter soll danach von der Börse genommen werden. Der Preis bleibt bei den von Musk von Anfang an gebotenen 54,20 Dollar je Aktie. Jetzt liegt es an den Aktionären von Twitter, ob sie das Angebot annehmen wollen.

Die Twitter-Papiere hatten bereits vor der bestätigten Einigung aufgrund entsprechender Medienberichte deutlich zugelegt und sich danach nur noch relativ wenig bewegt. Letztlich gewannen sie 5,7 Prozent auf 51,70 Dollar. Die Anteilscheine des Elektroautobauers Tesla hingegen sanken um 0,7 Prozent.

Die Aktien von Coca-Cola gewannen 1,1 Prozent. Der Softgetränke-Hersteller setzte im ersten Quartal aus eigener Kraft deutlich mehr um, als Analysten erwartet hatten. Die operative Marge legte um 2,3 Prozentpunkte auf 32,5 Prozent zu.

Der Euro hielt im US-Handel sein klares Minus aus dem europäischen Geschäft und notierte zuletzt bei 1,0713 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0746 (Freitag: 1,0817) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9306 (0,9245) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen konnten im späten Handel ihre deutlichen Anfangsgewinne nicht halten, endeten aber dennoch auf höherem Niveau. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) gewann zuletzt 0,58 Prozent auf 119,62 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere fiel auf 2,82 Prozent. (awp/mc/pg)

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