US-Schluss: Gewinne trotz ungewissem Wahlausgang

Boerse

New York – Trotz des noch unklaren Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl haben die US-Aktienmärkte am Mittwoch ihren klaren Erholungskurs fortgesetzt. Dabei hatten Börsianer im Vorfeld das Szenario einer Hängepartie mit einem sich hinziehenden Wahlergebnis und möglichen juristischen Anfechtungen befürchtet. Angeführt wurde die Gewinnerliste von Aktien aus dem Gesundheits- und Kommunikationssektor.

Der Dow Jones Industrial stieg im frühen Handel über die Marke von 28’000 Punkten. Im späten Geschäft bröckelte er jedoch merklich ab und schloss mit einem Plus von 1,34 Prozent bei 27 847,66 Punkten. Damit summiert sich das Dow-Plus in dieser Woche nun auf rund 5 Prozent, womit der Leitindex seinen 6,5-prozentigen Verlust aus der Vorwoche bereits grösstenteils wettmachte.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Mittwoch 2,20 Prozent auf 3443,44 Punkte. Der Nasdaq 100 profitierte von klaren Kursaufschlägen einiger Technologie-Schwergewichte und rückte um 4,41 Prozent auf 11 777,02 Zähler vor.

Bei der noch offenen Wahlschlacht in den USA hat der demokratische Herausforderer Joe Biden seine Chancen auf einen Sieg verbessert. Biden setzte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AP im umkämpften Wisconsin gegen Amtsinhaber Donald Trump durch, während der laufenden Stimmenauszählung lag er zudem in Michigan und Nevada zunächst vorn.

Der Republikaner Trump erneuerte nicht belegte Behauptungen, wonach es massiven Betrug bei der Wahl gegeben habe. In der Wahlnacht hatte sich Trump im Weissen Haus während der laufenden Auszählung zum Sieger erklärt und angekündigt, seinen Anspruch vor das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten zu bringen.

Die wenigen Unternehmensnachrichten im Schatten des Wahlkrimis sorgten für deutliche Kursbewegungen. So sprangen die Aktien von Uber und Lyft um 14,6 beziehungsweise 11,3 Prozent hoch, nachdem die Kalifornier in einer Volksabstimmung ein Gesetz gekippt hatten, das den Uber- und Lyft-Fahrern den Status von Mitarbeitern zugesprochen hatte. Die Fahrdienst-Vermittler hatten angekündigt, ihren Betrieb in dem Bundesstaat einzustellen oder zumindest einzuschränken, falls es in Kraft bleibe.

Den Vogel schossen aber die Aktien von Biogen ab. Positive Aussagen aus Kreisen der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Wirkung eines Alzheimer-Mittels katapultierten die Aktien um 44 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Februar nach oben. Während zwei Studien mit dem Wirkstoff Aducanumab zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt hatten, sagten FDA-Mitarbeiter am Mittwoch, dass die Wirkung in einer Studie „robust und ausserordentlich überzeugend“ ausgefallen sei. Dies wurde als Indiz dafür gewertet, dass die Behörde dem Mittel eine Zulassung aussprechen könnte.

Bei den Halbleiterherstellern AMD und Intel konnten sich die Aktionäre über Kursaufschläge von 6,2 beziehungsweise 1,9 Prozent freuen, nachdem der südkoreanische Branchenkollege Hynix für das dritte Quartal einen Gewinnsprung gemeldet hatte. Bei AMD stützte zudem eine neue Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs.

Im Dow waren die Aktien von UnitedHealth Group Spitzenreiter mit einem Gewinn von mehr als 10 Prozent. Der Krankenversicherer schüttet eine Bardividende von 1,25 Dollar je Aktie aus. Am Dow-Ende rangierten hingegen die Papiere des Baumaschinenkonzerns Caterpillar , die um 7,4 Prozent absackten.

Der Euro entwickelte sich im US-Handel stabil und kostete zuletzt 1,1721 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1721 (Dienstag: 1,1702) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8532 (0,8546) Euro gekostet. US-Staatsanleihen verbuchten Kursgewinne. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg zuletzt um 0,68 Prozent auf 138,93 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe fiel auf 0,77 Prozent. (awp/mc/pg)

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