US-Schluss: Dämpfer nach US-Jobbericht – Techwerte schwach

US-Schluss: Dämpfer nach US-Jobbericht – Techwerte schwach

New York – Nach anfänglichen Gewinnen mit Rekordständen sind die US-Börsen am Freitag kräftig ins Minus gerutscht. Der offizielle Arbeitsmarktbericht der US-Regierung hatte noch die Ansicht gestützt, der Jobmarkt der weltweit grössten Volkswirtschaft habe seine jüngste Schwächephase wegen des scharfen Winters in Teilen des Landes hinter sich gelassen. Vorsicht vor dem Wochenende und ein sehr schwacher Technologiesektor zogen die Wall Street aber im weiteren Verlauf ins Minus.

Der Dow Jones verlor am Schluss 0,96 Prozent auf 16 412,71 Punkte. Kurz nach dem Start hatte er bei 16 631,63 Punkten noch den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Auf Wochensicht steht auch noch ein Plus von 0,55 Prozent unter dem Strich. Der S&P 500 fiel um 1,25 Prozent auf 1865,09 Punkte. Auch er hatte anfangs eine Bestmarke bei 1897,28 Punkten gesetzt. In der Nähe von Rekordständen würden die Anleger vor dem Wochenende eher vorsichtig, sagte ein Händler an der Wall Street. Gewinne mitzunehmen sei in einer solchen Situation keine schlechte Strategie.

Die deutlichsten Verluste fuhr aber der technologielastige Nasdaq 100 mit minus 2,70 Prozent auf 3539,38 Punkte ein. Das war der grösste Tagesverlust seit November 2011. Vor allem Biotechnologiewerte trafen erneut kräftige Verluste. Der Branchenindex Nasdaq Biotechnology sackte um 4,06 Prozent ab, nachdem er bereits am Vortag 2,71 Prozent abgegeben hatte. Es gebe etwas Nervosität im Biotech-Bereich wegen hoher Bewertungen, sagte ein Fondsmanager aus Boston. Seit seinem Hoch Ende Februar hat der Sektorindex knapp 18 Prozent verloren.

Die US-Wirtschaft hatte im März mit 192 000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft etwas weniger Jobs geschaffen als erwartet. Allerdings wurden die Werte der beiden Vormonate nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote war konstant bei 6,7 Prozent geblieben. Damit lasse der Arbeitsmarkt die wetterbedingte Schwäche in den vergangenen Monaten nun hinter sich, zog US-Chefökonom Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics Bilanz. Im Resultat dürfte die US-Notenbank Fed ihre Anleihekäufe weiter zurückfahren. Die Zahlen seien nicht allzu weit von den Erwartungen abgewichen, sagte auch ein Aktienstratege in Boston. Das habe den Märkten zunächst etwas Erleichterung verschafft.

Bei den Einzelwerten ragten die Aktien von Mylan heraus, an der Nasdaq-100-Spitze kletterten sie als einer von nur vier Indexwerten mit Gewinnen um 1,54 Prozent. Zeitungsmeldungen zufolge wollte sich der Pharmakonzern mit einer Übernahme in Schweden stärken. Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider berichtete, seien die Amerikaner womöglich bereit gewesen, für den schwedischen Rivalen Meda einen kräftigen Aufpreis zu zahlen. Meda bestätigte das Interesse – und schlug das Angebot auch gleich aus. Wie die Schweden am Freitag mitteilten, seien alle weiteren Gespräche beendet worden.

Visa waren mit einem Abschlag von 3,40 Prozent der schwächste Wert im Dow. Der weltgrösste Einzelhändler Wal-Mart hatte für Kreditkarten mit seinem Markenlogo dem Rivalen Mastercard den Zuschlag gegeben. Die Aktien von Mastercard verloren dennoch mit einem Minus von 3,15 Prozent ebenfalls deutlich.

Aktien von Microsoft präsentierten sich wie vielen Technologiewerte sehr schwach und verloren 2,78 Prozent. Die Aktien von Google rutschten um 4,59 Prozent ab, diejenigen von Facebook um 4,66 Prozent. Apple gaben mit 1,29 Prozent vergleichsweise wenig nach.

Papiere von Amazon sackten um 3,25 Prozent ab. Das war der niedrigste Stand seit Oktober. In diesem Jahr haben die Titel des Online-Einzelhändlers fast ein Fünftel an Wert verloren. (awp/mc/upd/ps)

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