US-Schluss: Dow gibt 1,4% auf 24’611 Punkte ab

Boerse

New York – Hohe Verluste bei Technologiewerten sowie drohende Handelskonflikte haben den Anlegern an den US-Aktienmärkten den Wochenauftakt verhagelt. Zudem hielten sich viele Akteure vor der anstehenden Sitzung der US-Notenbank Fed zurück. Dabei gilt eine weitere Zinserhöhung als sicher. Mit Spannung wird aber erwartet, wie die US-Währungshüter die künftigen Zinsschritte einschätzen.

Die hohe Verunsicherung im Markt dokumentierte der als Angstbarometer bekannte Vix-Index, der am Montag um rund 25 Prozent nach oben schnellte. Der Vix misst die kurzfristig erwarteten Schwankungen des S&P-500-Index.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 1,35 Prozent bei 24’610,91 Punkten. Damit endete der US-Leitindex erneut unter dem Schlussstand des Jahres 2017. Der breit gefasste S&P 500 büsste am Montag 1,42 Prozent auf 2’712,92 Zähler ein. Der technologielastige Nasdaq 100 verzeichnete zwischendurch den höchsten Verlust seit sechs Wochen und verlor letztlich 2,21 Prozent auf 6’864,88 Punkte.

Die Technologiewerte litten vor allem unter der Nachricht, wonach die Europäische Kommission eine 3-prozentige Umsatzsteuer für die gewinnträchtigen US-Digitalkonzerne erwägt. Dies liess die Papiere der Google-Mutter Alphabet um gut 3 Prozent absacken. Die Titel von Amazon und Microsoft verloren 1,7 beziehungsweise 1,8 Prozent.

Die stärksten Kursabschläge gab es aber bei den Anteilscheinen von Facebook mit 6,8 Prozent. Sie litten zusätzlich darunter, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica entgegen früheren Zusicherungen Informationen über Facebook-Nutzer nicht gelöscht haben soll. Cambridge Analytica soll der Trump-Kampagne entscheidend dabei geholfen haben, mit als Werbung geschalteten gezielten Botschaften bei Facebook seine Anhänger zu mobilisieren und zugleich potenzielle Wähler der Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzubringen.

Apple-Aktien gaben um 1,5 Prozent nach. Die Nachfrage nach dem iPhone scheine sich auch 2018 nicht zu bessern, schrieb Analyst Jeffrey Kvaal von Nomura auf Basis eigener Erhebungen. Der Experte reduzierte seine Absatzschätzung, die nun unter der durchschnittlichen Markterwartung liegt.

Dass Apple laut einem Medienbericht nun auch die Technologie der Displays seiner Geräte selbst entwickeln will, warf die Papiere des Display-Produzenten Universal Display um rund 12 Prozent zurück. Der iPhone-Konzern will mit der MicroLED-Technologie leuchtendere, dünnere und biegsame Displays herstellen als die heutigen OLED-Displays. Die Analysten der Investmentbank JPMorgan sehen dies aber noch weit weg: MicroLED sei sehr kostenintensiv, hochkomplex in der Herstellung und noch einige Jahre von der Produktreife entfernt.

Die Titel von Colgate-Palmolive profitierten von Übernahmespekulationen und gewannen letztlich 0,6 Prozent. Wie die britische «Times» am Wochenende berichtete, bereitet sich der niederländische Konsumgüterkonzern Unilever NV auf grössere Zukäufe vor. Als mögliches Übernahmeziel wurde auch Colgate-Palmolive genannt.

Der Kurs des Euro stieg im US-Handel weiter. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2339 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2309 (Freitag: 1,2301) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8124 (0,8129) Euro gekostet. Am US-Rentenmarkt gaben richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 8/32 Punkte auf 98 8/32 Punkte nach. Ihre Rendite belief sich damit auf 3,09 Prozent. (awp/mc/ps)

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