US-Schluss: Dow und Nasdaq fallen trotz Apple-Meilenstein

Boerse

New York – In New York sind die wichtigsten Indizes am Mittwoch allesamt ins Minus gerutscht. Lange profitierten der Dow Jones Industrial und andere Indexkollegen von einem Hoffnungsschimmer im Tauziehen um ein neues Corona-Konjunkturpaket und der Rekordrally bei den gewichtigen Apple-Aktien, die mit einem zeitweise erreichten Börsenwert von über zwei Billionen Dollar Börsengeschichte schrieben.

Nach dem spät veröffentlichten Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed verloren die US-Börsen aber ihren Rückenwind, der dem technologielastigen Nasdaq 100 und dem S&P 500 zwischenzeitlich neue Bestmarken beschert hatte. Die Währungshüter betonten wirtschaftliche Unsicherheiten und schürten eben diese auch unter den Anlegern.

Der Dow bestätigte daher am Ende seinen zuletzt lustlosen Trend, indem er um 0,31 Prozent auf 27 692,88 Punkte sank. Immerhin schlug sich der Leitindex damit aber dieses Mal etwas besser als andere wichtige US-Indizes, die nach ihrer Rekordjagd vermehrt unter Gewinnmitnahmen litten. Der S&P verlor 0,44 Prozent auf 3374,85 Punkte und der technologielastige Nasdaq-100-Index büsste 0,71 Prozent auf 11 318,64 Zähler ein.

Die Fed hatte in ihrem Protokoll wirtschaftliche Risiken im Zusammenhang mit dem weiteren Verlauf der Corona-Krise hervorgehoben. Mit Blick auf die Kommunikation ruderte der geldpolitische Ausschuss etwas zurück. Anders als bei der letzten Sitzung signalisiert sprach sich eine Reihe von Mitgliedern dafür aus, erst „irgendwann“ für mehr Klarheit beim künftigen Zinspfad zu sorgen.

Für den meisten Gesprächsstoff sorgten an der Wall Street die letztlich nur noch knapp im Plus liegenden Apple-Aktien – nicht unbedingt mit einem neuen Rekord, sondern mit der Tatsache, dass der Börsenwert des iPhone-Riesen zum ersten Mal über die Schwelle von zwei Billionen US-Dollar stieg. Laut Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets wirkt die Virus-Pandemie bei Technologieaktien wie Apple derzeit „wie ein Brandbeschleuniger“.

Auf Unternehmensseite folgten noch einige Nachzügler der Berichtssaison. Anders als der Branchenkollege Kohl’s am Vortag überzeugte der Discounter Target seine Anleger mit einem überraschend starken Quartalsbericht, der die Aktien um 12,7 Prozent nach oben springen liess.

Spitzenreiter im Dow waren die 1,3 Prozent höheren Aktien von Nike, die neben Apple ebenfalls eine neue Bestmarke erreichten. Unter den Gewinnern im Leitindex waren ferner die Bankentitel, die nach einer mehrtägigen Verlustserie wieder vorsichtig stiegen. Für die Papiere von Goldman Sachs und JPMorgan ging es um bis zu 0,9 Prozent hoch.

Papiere des Softwarekonzerns Oracle profitierten mit einem Anstieg um 1,9 Prozent weiter davon, dass das Unternehmen als Kandidat für den Kauf der US-Aktivitäten der chinesischen Video-App Tiktok gilt. Laut Analyst Mark Moerdler von Bernstein Research wäre ein Deal for Oracle nicht nur als Wachstums- und Synergietreiber, sondern auch als Finanzanlage interessant.

Bedeutendere Schlagzeilen kamen ansonsten aus dem Pharmasektor. Ein Kursfeuerwerk mit Gewinnen von fast 70 Prozent zündeten die Momenta-Papiere. Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson will das Biotechunternehmen für 52,50 Dollar je Aktie kaufen. Der Kurs näherte sich mit dem Kurssprung dem Gebotspreis.

Für Gilead gab es derweil einen Rückschlag. Bei dem Pharmakonzern und seinem belgischem Partner Galapagos lag dies an einer Absage für eine US-Zulassung des Mittels Filgotinib zur Behandlung rheumatoider Arthritis. Galapagos waren in Europa um 24 Prozent eingebrochen, Gilead folgten dem in New York um fast fünf Prozent nach unten.

Biomarin Pharmaceutical toppten den Kursrutsch von Gilead deutlich, indem sie als Schlusslicht im Nasdaq 100 einen Kurseinbruch um mehr als ein Drittel erlitten. Ein zur Therapie der Bluterkrankheit gedachtes Mittel erhielt hier von der US-Behörde FDA vorerst keine Freigabe.

Der Euro hat am Mittwoch im Zuge des Fed-Protokolls unter Gewinnmitnahmen gelitten. Zuletzt wurden 1,1846 US-Dollar gezahlt. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor noch auf 1,1933 (Dienstag: 1,1906) US-Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,8380 (0,8399) Euro. Die Kurse von US-Staatsanleihen rutschten bei längeren Laufzeiten ins Minus ab. Richtungweisende zehnjährige Anleihen verloren 4/32 Punkte auf 99 14/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,683 Prozent. (awp/mc/ps)

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