US-Schluss: Starkes Finale nach ermutigenden Nachrichten

Boerse

New York – Hoffnungsfrohe Nachrichten zur Corona-Pandemie mit ihren Folgen für Gesundheit und Wirtschaft haben den New Yorker Aktienmarkt am Freitag beflügelt. In den USA gibt es erste zaghafte Schritte in Richtung einer Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität. Zudem gibt es vage Hoffnung auf eine mögliche Behandlung von Corona-Patienten durch ein Mittel des US-Biotechkonzerns Gilead Sciences.

Der Dow Jones Industrial baute im späten Handel seine Kursgewinne aus und schloss 2,99 Prozent höher auf 24’242,49 Punkten. Damit verbuchte der Leitindex ein Wochenplus von 2,2 Prozent. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Dow um fast 13 Prozent erholt.

Der breiter gefasste S&P 500 legte am Freitag um 2,68 Prozent auf 2874,56 Punkte zu. Dafür hinkte der von Technologie-Aktien dominierte Nasdaq 100 den Standardwerten diesmal mit plus 0,85 Prozent auf 8832,41 Punkten hinterher, nachdem er an den vergangenen Tagen dieser Woche besser abgeschnitten hatte.

Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar schliesst für den Dow einen weiteren Anstieg in Richtung 25 000 Punkte nicht aus. Er hält angesichts bisheriger Crash-Erfahrungen aber die Vorstellung für abwegig, dass die Märkte nun wieder zur alten Normalität zurückkehren.

Stützenden Einfluss auf die Märkte hatte am Freitag die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die USA mit neuen Richtlinien in der Corona-Krise in drei Phasen zurück zur Normalität zu führen und die Wirtschaft graduell wieder zu öffnen. Trump gab aber keinen genauen Zeitplan vor und überliess die Entscheidung den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten. Eine landesweite Schliessung könne keine langfristige Lösung sein, sagte Trump.

Angesichts der Hoffnung auf das Mittel Remdesivir zur Behandlung der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sprangen die Aktien von Gilead Sciences um 9,73 Prozent hoch. Laut dem Analysehaus RBC signalisieren einige Testdaten des Anti-Virenmittels Potenzial gegen die Lungenerkrankung. Es gebe allerdings eine Menge Unwägbarkeiten, hiess es weiter. Die RBC-Experten sehen den Wirkstoff daher zunächst in erster Linie als bedeutend für das Image des US-Unternehmens und seiner Entwicklungspipeline an, weniger für die Vermarktung.

Mut machten den Anlegern auch Neuigkeiten vom angeschlagenen Flugzeugbauer Boeing. Dieser will die im Zuge der Corona-Krise gestoppte Produktion schon in der kommenden Woche wieder anlaufen lassen. Rund 27’000 Beschäftigte sollen laut Boeing die Arbeit wieder aufnehmen. Die Aktien schnellten um 14,72 Prozent hoch. Die Anteile des Zulieferers Spirit Aerosystems profitierten mit einem Plus von 18,60 Prozent noch mehr von den Boeing-Nachrichten.

Die Aktien jener Banken, die in dieser Woche nach Quartalszahlen teils hohe Kursverluste erlitten hatten, schwenkten zum Wochenausklang auf den Erholungspfad. JPMorgan gewannen rund neun Prozent, Citigroup mehr als zwölf Prozent und KeyCorp fast elf Prozent.

Im Dow standen zudem die Papiere von Procter & Gamble nach Quartalszahlen im Blick. Sie gewannen 2,63 Prozent. Der Konsumgüterkonzern überraschte ergebnisseitig positiv. Zudem erwartet der Konzern in der Corona-Krise weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum und hält an seiner Gewinnprognose für das bis Ende Juni laufende Gesamtgeschäftsjahr fest.

Bei Apple wirkte eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs indes negativ. Die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Wirtschaft im Allgemeinen und einige Endmärkte von Technologieunternehmen seien beträchtlich, schrieb Analyst Rod Hall und senkte seine iPhone-Absatzprognose für 2021 deutlich. Die Apple-Papiere sanken um 1,36 Prozent.

Der Eurokurs legte etwas zu. Nach Börsenschluss in New York wurden für die Gemeinschaftswährung 1,0873 US-Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0860 (Donnerstag: 1,0888) US-Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,9208 (0,9184) Euro gekostet. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Anleihen 7/32 Punkte auf 108 2/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,650 Prozent. (awp/mc/ps)

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