US-Schluss: Dow kommt nicht auf Touren – Nasdaq mit Rekord

Boerse

New York – Die Technologiewerte haben am Montag am US-Aktienmarkt eindrucksvoll die Favoritenrolle behalten. Während es dem Dow Jones Industrial nahe der Marke von 28’000 Punkten weiter an frischen Impulsen fehlte, rückten die Nasdaq-Indizes angetrieben von den Tesla-Aktien in neue Rekordhöhen vor. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 1,11 Prozent auf 11’288,57 Punkte.

Der Dow hingegen ging 0,31 Prozent tiefer bei 27’844,91 Punkten aus dem Handel. Er blieb so in seiner engen Seitwärtsspanne der vergangenen Handelstage. Der marktbreite S&P 500 schaffte es unterdessen mit 0,27 Prozent ins Plus auf 3381,99 Zähler. Im Gegensatz zum Dow kann auch er mit einer neuen Bestmarke liebäugeln. In der Spitze fehlte ihm dafür nicht einmal mehr ein ganzer Punkt.

Während die Technologiewerte auf ihrer eigenen Erfolgswelle schwimmen, fehlte es dem Dow und den von ihm abgebildeten Standardwerten weiter an den Kurstreibern, um das letzte Stück des Corona-Kursrutsches auch noch auszugleichen. Eher bremsend wirkten sich aktuelle Konjunkturdaten aus: In den USA war die Stimmung in den New Yorker Industrieunternehmen im August schlechter ausgefallen als von Analysten erwartet.

Weiter Kopfzerbrechen bereiten den Anlegern auch die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China, da Präsident Donald Trump den zeitlichen Druck auf den chinesischen Betreiber der Video-App Tiktok erhöhte. Auch die Hängepartie im Kongress bei den Verhandlungen über ein neues Hilfspaket geht weiter. Laut Händlern sinkt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass eine Einigung noch vor September möglich wird.

Auf Unternehmensseite wurde Tesla unter den Technologiewerten zum Sinnbild für die Rekordrally. Die Papiere des Elektroautobauers schossen als Spitzenreiter im Nasdaq-100-Index um elf Prozent nach oben und schafften es erstmals über die 1800-Dollar-Marke. Laut Händlern bekommen sie weiter Rückenwind davon, dass ein Aktiensplit die Aktien ihrem hohen Niveau demnächst für Kleinanleger wieder interessanter machen soll.

Im Dow jedoch bremsten Kursverluste bei Boeing und schwache Finanzwerte den Schwung. Unter letzteren sanken die Aktien von Goldman Sachs und JPMorgan im Dow um bis zu 2,6 Prozent. Laut Händlern litten die grossen Bankentitel darunter, dass die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Investorenlegende Warren Buffett ihre Anteile an vielen der Top-Namen der Branche reduziert hatte.

Auch American Express gehörten aus dem Finanzbereich mit minus 2,9 Prozent zu den schwächsten Werten im Dow. Die vermeldete Übernahme wesentlicher Teile der Online-Kredit-Plattform Kabbage wurde so bei dem Kreditkartenanbieter nicht zum positiven Kurstreiber.

Übernahmeaktivitäten sorgten auch anderswo für Gesprächsstoff. Bei Principia Biopharma konnten sich die Anleger wegen einer Offerte des Pharmakonzerns Sanofi über einen Kursanstieg um mehr als neun Prozent freuen. Die Franzosen bieten 100 Dollar je Aktie in bar, die Aktien schlossen mit 99,25 Dollar knapp unter diesem Preis.

Nach einer vor wenigen Wochen gefloppten Rückkehr an die Börse zogen ausserdem die Aktien des Cloud-Spezialisten Rackspace Technology plötzlich um mehr als zehn Prozent an. Damit profitierten sie davon, dass der Online-Handelsgigant Amazon Kreisen zufolge mit einer Minderheitsbeteiligung einsteigen will.

Nach der raketenhaften Erstnotiz am Freitag machten ausserdem die Aktien von Curevac weiter von sich reden. Die Papiere des Biotech-Unternehmens, das an einem ersehnten Corona-Impfstoff arbeitet, schossen nochmal um 38 Prozent nach oben. Der Finanzchef versprach den Investoren in der „Financial Times“, dass sie von einem möglichen Impfstoff auch mit einer Rendite profitieren sollen.

Der Kurs des Euro legte etwas zu. Nach einem Tageshoch bei 1,1881 US-Dollar wurden zuletzt noch 1,1870 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1853 (Freitag: 1,1813) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8437 (0,8465) Euro.

US-Staatsanleihen verzeichneten in längeren Laufzeiten leichte Kursgewinne. Richtungweisende zehnjährige Anleihen gewannen 7/32 Punkte auf 99 13/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,69 Prozent. (awp/mc/ps)

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