US-Schluss: Weiter schwach – Erholungsversuch misslungen

US-Schluss: Weiter schwach – Erholungsversuch misslungen

New York – Die wichtigsten US-Indizes haben nach dem schwachen Dienstag zur Wochenmitte weiter an Boden verloren. Der Dow Jones Industrial rutschte wieder unter die Marke von 15.000 Punkten, und ging mit einem Abschlag von 0,84 Prozent auf 14.995,23 Punkten aus dem Handel. Seinem anfänglichen Erholungsversuch war bereits nach fünf Minuten die Luft ausgegangen. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,84 Prozent auf 1.612,52 Punkte. An der technologielastigen Nasdaq-Börse sank der Auswahlindex Nasdaq 100 um 1,14 Prozent auf 2.926,14 Punkte. Die zuletzt gestiegenen Schwankungen am Markt sorgten bei den Anlegern für Verunsicherung, hiess es.

Es falle zunehmend schwerer, die Wachstumsaussichten der Wirtschaft und den künftigen Kurs der Notenbanken zu bewerten. Auch am Anleihemarkt setzte sich die Schwäche nach der Verschnaufpause vom Vortag fort. Die Rendite für Rentenpapiere mit zehnjähriger Laufzeit erreichte den höchsten Stand seit vierzehn Monaten, nachdem eine Auktion frischer US-Papiere im Volumen von 21 Milliarden US-Dollar auf die geringste Nachfrage seit August 2012 gestossen war. Belastend wirkt auch hier weiter die Sorge vor einem geringeren Tempo der US-Notenbank bei ihren Anleihekäufen.

Die Aktien von American Express setzten ihren Kursrutsch fort, und waren mit minus 2,35 Prozent erneut schwächster Dow-Wert. Grösster unter lediglich vier Gewinnern waren die Aktien von Hewlett-Packard (HP), für die es um 2,76 Prozent nach oben ging. Zwischenzeitlich kosteten die Technologietitel gar soviel, wie seit März 2012 nicht mehr. Börsianer führten dies auf ein Fernsehinterview mit Konzernchefin Meg Whitman zurück, die ihr Unternehmen auf dem langfristigen Weg einer Trendwende gut im Plan sieht. Nun stehe dynamischeres Umsatzwachstum ganz oben auf der Liste.

Pfizer-Aktien hielten sich mit plus 0,01 Prozent vergleichsweise stabil. Das Biotechunternehmen Teva Pharmaceutical und Sun Pharmaceuticals zahlen den Pharmakonzernen Pfizer und Takeda zur Beilegung eines Patentstreits 2,15 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen hatten gegen die zu frühe Einführung von billigen Nachahmerprodukten des Wirkstoffs Protonix geklagt. 64 Prozent der Schadenssumme gehen an Pfizer. Teva kostet der zu frühe Verkaufsstart des Generikums 1,6 Milliarden Dollar. Sun muss 550 Millionen Dollar zahlen. Teva-Aktien verloren daraufhin 1,88 Prozent.

Auch eine Milliardenübernahme sorgte für Aufmerksamkeit: Der indische Reifenhersteller Apollo Tyres will seinen US-Konkurrenten Cooper Tire & Rubber schlucken und bietet 35 Dollar je Aktie oder insgesamt 2,5 Milliarden Dollar für die Amerikaner. Die Cooper-Aktionäre konnten sich damit über einen Aufschlag von 43 Prozent zum Schlusskurs von Dienstag freuen. Die Papiere sprangen um 41,12 Prozent an.

Rambus sprangen um 6,48 Prozent an, nachdem der Chipdesigner über eine Einigung in einem Patentstreit mit dem südkoreanischen Halbleiterhersteller SK Hynix berichtet hatte. Dagegen sanken First Solar um 10,77 Prozent. Der Solarkonzern gibt 8,5 Millionen neue Aktien aus, was fast zehn Prozent der aktuell umlaufenden Aktien entspricht. Beim Biotech-Unternehmen Biogen Idec belastete Händlern zufolge eine Abstufung der Citigroup: Die Aktien gaben am Nasdaq-100-Ende um 7,39 Prozent nach.

Dem Euro ging im New Yorker Handel nach zuvor kräftigem Anstieg etwas die Luft aus. Einem Tageshoch bei 1,3359 Dollar folgte ein leichter Rücksetzer der Gemeinschaftswährung auf 1,3336 Dollar. US-amerikanische Staatsanleihen setzten nach einem Tag Unterbrechung ihre jüngste Schwäche fort. Richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen verloren um 13/32 auf 95 22/32 Punkte. Ihre Rendite errechnete sich bei 2,24 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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