US-Schluss: Daten aus China und den USA belasten

Boerse

New York – An der Wall Street haben die US-Anleger nach den jüngsten Kursgewinnen wieder kalte Füsse bekommen. Die wichtigsten Aktienindizes schlossen am Donnerstag im Minus, wobei die konjunktursensiblen Technologiewerte etwas stärker nachgaben als die Standardtitel. Börsianer verwiesen als Belastung unter anderem auf durchwachsene chinesische Wirtschaftsdaten. Sorgen bereitete Analysten die zuletzt schwache Entwicklung des Einzelhandels. Zudem bleibt in den USA der Arbeitsmarkt wegen der Corona-Pandemie stark unter Druck.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 0,50 Prozent auf 26’734,71 Punkte. Zur Wochenmitte hatte das Börsenbarometer nach Fortschritten bei einem Sars-CoV-2-Impfstoff erstmals wieder seit fünf Wochen zeitweise die Marke von 27 000 Punkten getestet.

Der breiter gefasste S&P 500 büsste 0,34 Prozent auf 3215,57 Zähler ein. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 verlor 0,70 Prozent auf 10 626,46 Punkte. Er hatte am Montag ein Rekordhoch erreicht.

Unter den Einzelwerten ging es mit Quartalsberichten unter anderem aus der Bankenbranche weiter. So legten nach JPMorgan , der Citigroup und Wells Fargo nun Morgan Stanley und die Bank of America (BofA) ihre Resultate vor. Während die BofA einen Gewinneinbruch erlitt und ihre Risikovorsorge für Kreditausfälle anhob, berichtete die Investmentbank Morgan Stanley dank des Handelsbooms an den Finanzmärkten über Rekordwerte bei Gewinn und Ertrag. Damit büssten die Aktien der BofA 2,7 Prozent ein, während die von Morgan Stanley 2,5 Prozent gewannen.

Unter den schwächsten Werten im Dow ging es derweil für die Anteilscheine des Netzwerk-Ausrüsters Cisco um mehr als ein Prozent abwärts. Analyst Samik Chatterjee von JPMorgan bemängelte in einer Studie den „unklaren Weg zurück auf den Wachstumspfad“. Dies zügele das Anlegerinteresse.

Am Index-Ende sackten die Papiere des Flugzeugbauers Boeing um rund fünf Prozent ab. Hier hatte sich das Analysehaus Wolfe in einer Studie skeptisch geäussert, die Aktien seien zuletzt angesichts einiger hoffnungsvoller Nachrichten zu dem Krisenjet 737 Max „zu heiss gelaufen“.

Der Computer-Konzern Dell prüft die Abspaltung seiner Software-Tochter VMWare, was den Aktien einen Kurssprung um gut 12 Prozent nach oben bescherte. Eine mögliche Trennung soll zwar, sofern es tatsächlich dazu kommt, nicht vor September 2021 stattfinden. JPMorgan-Analyst Paul Coster nahm dies direkt aber trotzdem zum Anlass, die Dell-Anteilscheine auf eine Empfehlungsliste zu setzen. Coster sieht in dem Vorhaben einen kurzfristigen Kurstreiber.

Die Aktien des Kurznachrichtendienstes Twitter schliesslich büssten rund ein Prozent ein und zeigten sich damit nur wenig beeinflusst von der beispiellosen Hacker-Attacke auf das Unternehmen. Unbekannten war es gelungen, Werbung für einen Bitcoin-Betrug über Profile von Prominenten wie Ex-Präsident Barack Obama und Amazon-Chef Jeff Bezos zu verbreiten.

Der Euro fiel unter 1,14 US-Dollar und kostete zuletzt 1,1383 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1414 (Mittwoch: 1,1444) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8761 (0,8738) Euro. Am US-Rentenmarkt stiegen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen angesichts der Verluste an der Wall Street um 4/32 Punkte auf 100 3/32 Punkte und rentierten mit 0,615 Prozent. (awp/mc/pg)

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