US-Schluss: Kaum Bewegung vor Powell-Auftritt

Boerse

New York – Vor möglicherweise kursbewegenden Aussagen des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell zum künftigen Zinspfad in den USA hat sich am Dienstag an den US-Börsen kaum noch etwas getan. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gab am Dienstag um 0,08 Prozent auf 26783,49 Punkte moderat nach.

Am Freitag hatte ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht den Zinsfantasien der Investoren einen Dämpfer verpasst. Seitdem herrscht an den Börsen Stagnation auf hohem Niveau. Am Mittwoch wird Powell Vertretern des Repräsentantenhauses zur Geldpolitik Rede und Antwort stehen, dann könnte Beobachtern zufolge wieder mehr Bewegung in die Kurse kommen.

Der marktbreite S&P 500 schloss 0,12 Prozent höher bei 2979,63 Punkten. Der Index hatte in der vergangenen Woche den Sprung über die Marke von 3000 Punkten nur denkbar knapp verpasst. Der Nasdaq 100 als Auswahlindex der Technologiewerte rückte am Dienstag um 0,53 Prozent auf 7826,86 Punkte vor. Hier stützten Kursgewinne von Branchenschwergewichten wie Amazon , Facebook und Netflix.

Am Monatsanfang hätten Händler noch mit einer Zinssenkung im Juli gerechnet sowie mit einer weiteren zum Jahresende, sagte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets. „Nach dem respektablen Arbeitsmarktbericht passen sie nun ihre Schätzungen entsprechend an“. Die US-Notenbank Fed könnte die Erwartungen am Markt an sinkende Zinsen wieder etwas dämpfen.

Vor dem Beginn der Saison der Quartalsberichte sind kursbewegende Nachrichten zu Unternehmen weiterhin Mangelware. Pepsico veröffentlichte am Dienstag als einer der ersten grossen US-Konzerne Quartalszahlen. Analystin Judy Hong von Goldman Sachs bezeichnete das Zahlenwerk des Getränkeriesen als „weitgehend im Rahmen der Erwartungen“. Der Aktienkurs gab um 0,6 Prozent nach. Seit Jahresbeginn war er um rund 20 Prozent gestiegen. Papiere des Kontrahenten Coca-Cola gaben am Dienstag um 0,8 Prozent nach.

Eine Kursrakete von rund 35 Prozent auf knapp 65 US-Dollar zündeten die Aktien von Acacia Communications. Der US-Netzwerk-Spezialist Cisco will sich in der Netzwerktechnik verstärken und bietet 70 Dollar je Acacia-Aktie. Das Volumen des Deals beläuft sich auf rund 2,6 Milliarden Dollar, die Transaktion soll im zweiten Halbjahr 2020 abgeschlossen sein. Cisco-Titel legten leicht zu.

Zu den Verlierern im Dow Jones Industrial zählten die Anteilscheine des Mischkonzerns 3M, die um 2,1 Prozent fielen. Die Bank RBC hatte den Titel von „Outperform“ auf „Sector Perform“ abgestuft und dies mit konjunkturellen Risiken und Rechtsstreitigkeiten des Unternehmens begründet.

Aktien des Dialyse-Dienstleisters DaVita büssten 5,3 Prozent ein. Börsianer verwiesen auf einen Bericht des Magazins „Politico“, wonach die US-Regierung den Markt für die Behandlung von Nierenkrankheiten umkrempeln will. Demnach sei geplant, mehr Nierentransplationen und Behandlungen zu Hause anzuregen. Das könne sich negativ auf die Geschäfte von DaVita auswirken.

Die Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group will Kreisen zufolge von einer Partnerfirma in ein ’normales‘ Unternehmen umfirmieren. Sie würde damit anderen grossen Private-Equity-Gesellschaften wie KKR, Blackstone und Apollo folgen. Anleger reagierten erfreut, Carlyle-Aktien zogen um 4,1 Prozent an.

Der Eurokurs bewegte sich im New Yorker Handel kaum noch und lag zuletzt bei 1,1207 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1205 (Montag: 1,1215) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8925 (0,8917) Euro gekostet. Am Bondmarkt gaben die Kurse leicht nach, richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen verloren 4/32 Punkte auf 102 25/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,06 Prozent. (awp/mc/pg)

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