US-Schluss: Anleger bleiben vor US-Zinsentscheid defensiv

Boerse

New York – Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed zur Wochenmitte sind die US-Aktienmärkte am Dienstag etwas ins Minus gerutscht. Experten rechnen zwar nicht mit einer Zinsänderung, warten aber mit Spannung auf Aussagen der Währungshüter zum Thema Inflation. Davor wollten sich die Anleger nicht mehr in grösserem Masse neu positionieren.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 0,27 Prozent bei 34 299,33 Punkten. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 sank um 0,20 Prozent auf 4246,59 Zähler. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 , der am Vortag ein Rekordhoch markiert hatte, ging es am Dienstag um 0,69 Prozent auf 14 030,41 Punkte nach unten.

Debattiert wird derzeit vor allem über die Nachhaltigkeit der aktuell sehr hohen US-Inflation und den damit steigenden Druck auf die Notenbank, die geldpolitischen Zügel anzuziehen. «Die spannendste Frage wird sein, ob die Fed schon über eine Rückführung ihrer milliardenschweren Wertpapierkäufe nachdenkt», sagte ein Experte.

Konjunkturdaten vermittelten am Dienstag nochmals neue Eindrücke über die aktuelle wirtschaftliche Verfassung der USA. Der hohe Erzeugerpreisanstieg untermauerte die jüngsten Inflationsbedenken. Die Stimmung in den New Yorker Industrieunternehmen konnte derweil die Erwartungen nicht ganz erfüllen und die Einzelhandelsumsätze fielen im Mai etwas deutlicher als gedacht aus. Die US-Industrie hat ihre Produktion im Mai um 0,8 Prozent und damit etwas stärker als erwartet gesteigert.

Aus Branchensicht waren Ölwerte besonders stark gefragt. So stiegen die Papiere von Chevron als Dow-Spitzenreiter um 2,2 und Prozent und jene von Exxon Mobil um 3,6 Prozent.

Biotech-Werte zeigten eine deutliche Abwärtstendenz. Angeführt wurden die Kursverlierer von Sage Therapeutics, die um gut 19 Prozent einbrachen. Die Anleger zeigten sich enttäuscht von den Ergebnissen einer Phase-3-Studie eines Wirkstoffs gegen Depressionen, das Sage gemeinsam mit Biogen entwickelt. Die Biogen-Titel sackten um 2,5 Prozent ab.

Ansonsten rückten die Boeing-Aktien einmal mehr ins Blickfeld und stiegen um 0,6 Prozent. Die EU und die USA haben einen Kompromiss im Streit über gegenseitige Strafzölle wegen Subventionen für den Flugzeugbauer und seinen europäischen Kontrahenten Airbus erzielt und damit einen ihrer schwierigsten Handelskonflikte entschärft. Zentraler Punkt ist, dass die gegenseitig verhängten Strafzölle für fünf Jahre ausgesetzt werden.

Der Eurokurs setzte seine stabile Entwicklung aus dem europäischen Handel im US-Geschäft fort. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,2128 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2108 (Montag: 1,2112) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8259 (0,8256) Euro gekostet.

Die Kurse von US-Staatsanleihen zeigten sich wenig verändert. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg um 0,02 Prozent auf 132,55 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Anleihen betrug 1,49 Prozent. (awp/mc/pg)

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