US-Schluss: Es bleibt schwierig – Anleger verunsichert

Boerse

New York – Angesichts gleich mehrerer Damoklesschwerter haben sich die Anleger am US-Aktienmarkt lieber zurückgehalten. Neben der seit Mittwoch an Fahrt aufgenommenen Diskussion über ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump belasteten Aussagen eines Regierungsmitarbeiters, demzufolge die Beschränkungen für US-Firmen bei der Belieferung des chinesischen Technologiekonzerns Huawei wahrscheinlich bald wieder in Kraft treten dürften.

Der Dow Jones Industrial fiel am Donnerstag zum Schluss um 0,30 Prozent auf 26’891,12 Punkte, nachdem er sich zur Wochenmitte noch etwas von den jüngsten Verlusten erholt hatte. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,24 Prozent auf 2977,62 Punkte nach. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,40 Prozent auf 7771,99 Zähler bergab.

Der Whistleblower in der Ukraine-Affäre warf dem Weissen Haus Versuche vor, den Wortlaut eines Telefonats zwischen Trump und dem ukrainischen Wolodymyr Selenskyj geheim zu halten. Aus Sicht vieler Demokraten zeigt das vorliegende Gesprächsprotokoll, dass Trump mit Hilfe einer ausländischen Regierung seinem politischen Rivalen Joe Biden – dem wohl aussichtsreichsten demokratischen Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2020 – schaden und damit den Wahlkampf beeinflussen wollte. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten am Dienstag Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet. Sie werfen ihm Verfassungsbruch vor und wollen nun den Wortlaut des Gespräches.

Chevron verloren als zweitschwächster Wert im Dow Jones fast drei Prozent. ExxonMobil rutschten um ein halbes Prozent ab. Die Ölpreise fallen weiter, was die Stimmung für die Branche belastete. Experten verwiesen zur Begründung für den Preisrückgang auf den starken US-Dollar und Spekulationen über die Produktionsmenge von Saudi-Arabien.

Derweil rieben sich Anleger von Beyond Meat die Hände, nachdem bekannt geworden war, dass der Fastfood-Riese McDonald’s die fleischlosen Burger in Kanada testen möchte. Die Aktien von Beyond Meat stoppten ihren Jüngsten Abwärtstrend und schnellten um gut elfeinhalb Prozent in die Höhe. Für die Anteilscheine von McDonald’s gingen nahezu unverändert aus dem Handel.

Die Papiere von Carnival sackten auf das Niveau von Anfang September zurück und büssten gut achteinhalb Prozent ein. Das Kreuzfahrtunternehmen hatte seine Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie in diesem Jahr gesenkt. Der Konzern litt unter den Spannungen im Nahen Osten und den Auswirkungen des tropischen Wirbelsturms Dorian.

Den Aktien von Whirlpool half ein positiver Analystenkommentar der Bank JPMorgan auf die Sprünge: Die Anteilscheine des Herstellers von Haushaltsgeräten zogen um knapp drei Prozent an.

Der Fitnessgerätehersteller Peloton erlebte einen miesen Start in die Börsenwelt. Zum Schluss kosteten die Papiere 25,76 Dollar. Der Ausgabepreis hatte noch am oberen Ende der Spanne von 26 bis 29 Dollar gelegen. Der Emissionserlös lag damit bei 1,16 Milliarden Dollar (1,28 Milliarden Euro).

Der Euro litt weiter unter der breiten Stärke des US-Dollars und notierte zuletzt bei 1,0921 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch auf 1,0938 (Mittwoch: 1,0982) Dollar festgelegt. Der Dollar hatte damit 0,9142 (0,9106) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen legten angesichts der Verluste am Aktienmarkt um 12/32 Punkte auf 99 11/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 1,70 Prozent. (awp/mc/ps)

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