US-Schluss: Gewinne – Fed sorgt für mehr Planungssicherheit

Boerse

New York – Die Hoffnung auf ein behutsames und effektives Vorgehen der US-Notenbank (Fed) bei den wohl anstehenden Zinserhöhungen hat die Wall Street am Mittwoch beflügelt. Die wichtigsten Indizes drehten nach den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Beschlüssen der Fed ins Plus. Besonders deutlich nach oben ging es für die konjunktursensiblen Technologiewerte.

Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg am Ende um 1,08 Prozent auf 35’927,43 Punkte. Der marktbreite S&P 500 zog um 1,63 Prozent auf 4709,85 Punkte an. Bei dem technologielastigen Nasdaq 100 stand ein Plus von 2,35 Prozent auf 16’289,60 Punkte zu Buche.

Die Fed will schneller aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik aussteigen als bisher beabsichtigt. Zum einen sollen die milliardenschweren Käufe von Wertpapieren wie Staatsanleihen schneller zurückgefahren werden. Zum anderen werden angesichts der hohen Inflation raschere Zinsanhebungen in Aussicht gestellt. Für kommendes Jahr rechnen die Notenbanker laut neuen Prognosen mit insgesamt drei Zinsschritten um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Bisher wurde allenfalls eine Anhebung angedeutet. Anleger hoffen Börsianern zufolge nun, dass die Fed die Inflation bekämpfen kann, ohne das Wirtschaftswachstum abzuwürgen.

«Die Entscheidungen der Fed sind sicherlich am oberen Ende der Erwartungs-Bandbreite, aber sie liegen nicht ausserhalb der Erwartungen», schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners. Für die Aktienmärkte sei im Moment am wichtigsten, eine maximale Planungssicherheit bezüglich der Geldpolitik der US-Notenbank zu haben. Und diese Planungssicherheit sei nach der Zinsentscheidung zur Wochenmitte nun deutlich grösser.

Die Volkswirte Bernd Weidensteiner und Christoph Balz von der Commerzbank ergänzten: «Die Ansicht, dass die Inflation vor allem auf vorübergehende Effekte zurückzuführen sei und sich daher im Jahr 2022 rasch abschwächen würde, war nicht mehr haltbar. Um die Kontrolle über die Preisentwicklung nicht zu verlieren, ist eine rasche Beendigung der lockeren Geldpolitik notwendig.»

Die zu Handelsbeginn veröffentlichten Konjunkturdaten bestätigten den anhaltenden Preisdruck. Im November stiegen die Einfuhrpreise so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Derweil steigerte der US-Einzelhandel seine Umsätze im November im Monatsvergleich insgesamt nur moderat. Die Erlöse der Kaufhausketten sackten sogar deutlich ab. Damit büssten die Aktien der Branchenvertreter Macy’s und Kohl’s rund 3 beziehungsweise 0,7 Prozent ein.

Positive Nachrichten kamen von Eli Lilly: Der Pharmakonzern wird dank der Geschäfte mit Corona-Antikörpern optimistischer für das laufende Jahr. Damit zogen die Anteilsscheine an der S&P-500-Spitze um gut zehn Prozent an.

Im Kielwasser dessen setzten die Papiere von Pfizer ihre Rekordjagd fort und gewannen am Ende fast sechs Prozent. Der Pharmakonzern hatte am Vortag zusätzliche Studiendaten zu dem Medikament Paxlovid gegen Covid-19 vorgelegt. Laut Pfizer senkt das Mittel bei Hochrisikopatienten das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes oder eines tödlichen Krankheitsverlaufes deutlich.

Der Euro profitierte von der wieder gestiegenen Risikofreude der Anleger und notierte zuletzt bei 1,1294 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1262 (Dienstag: 1,1309) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8879 (0,8843) Euro. US-Staatsanleihen litten unter der Aussicht auf überraschend schnell steigende Leitzinsen und gaben etwas nach. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries fiel um 0,05 Prozent auf 130,58 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere betrug 1,46 Prozent. (awp/mc/ps)

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