US-Schluss: Wall Street kraftlos – Nasdaq steigt weiter

US-Schluss: Wall Street kraftlos – Nasdaq steigt weiter

New York – Nach einer tagelangen Klettertour an der Wall Street hat die Kraft für einen weiteren Anstieg am Mittwoch gefehlt. Nur den Nasdaq-Börsen ging die Puste noch nicht aus. Allerdings müssen die technologielastigen Indizes noch fleissig klettern, um ihre Rekordstände aus dem Jahr 2000 zu toppen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial , der sich tags zuvor mühsam auf den fünften Höchststand in Folge geschleppt hatte, trat nun mit minus 0,02 Prozent bei 17 612,20 Punkten auf der Stelle. Der S&P-500-Index , der am Dienstag ebenfalls ganz knapp ein Rekordhoch erreicht hatte, gab um 0,07 Prozent auf 2038,25 Punkte nach. Den Nasdaq-Indizes gelang hingegen ein weiterer Schritt nach oben. Der Auswahlindex 100 beendete den Tag mit plus 0,20 Prozent auf 4195,40 Punkten und schloss damit auf dem höchsten Stand seit März 2000.

Höhere Aktienkurse seien von den derzeitigen Rekordständen aus schwierig, sagte ein Experte. Allerdings gebe es neben Anlegern, die auf den Rekordniveaus Gründe suchten, um Kasse zu machen auch jene, die bei sinkenden Kursen Aktien kauften. Diese Investoren seien von Sorgen getrieben, den Anstiegen sonst nur noch hinterher schauen zu können.

Am US-Markt standen vor allem Bankenwerte im Fokus, nachdem sechs internationale Grossbanken wegen der Manipulation von Devisenkursen zu Strafzahlungen verdonnert worden waren. Gut eineinhalb Jahre nach Beginn der Ermittlungen verhängten Aufsichtsbehörden in Grossbritannien, den USA und der Schweiz in einer gemeinsamen Aktion Strafen von insgesamt knapp 4,3 Milliarden Dollar (3,5 Mrd Euro). Die Citigroup und JPMorgan (JPM) müssen insgesamt jeweils etwas mehr als eine Milliarde US-Dollar zahlen. Die Aktien von JPM waren entsprechend Schlusslicht im Dow mit minus 1,32 Prozent. Die Aktien der Citigroup gaben im S&P-100-Index um 0,72 Prozent nach.

Dagegen rückten die Papiere von Dow Chemical um 0,77 Prozent vor, hatten zeitweise allerdings mehr als zwei Prozent hinzugewonnen. Der Chemiekonzern erhöht die Quartalsdividende um 14 Prozent auf 42 US-Cent je Aktie – Analysten waren hingegen von einer gleichbleibenden Dividendenhöhe ausgegangen. Auch die Aktienrückkäufe will Dow massiv um fünf Milliarden US-Dollar auf dann insgesamt 9,5 Milliarden Dollar ausweiten. Der Investor Daniel Loeb hatte zuletzt den Druck auf das Unternehmen erhöht und eine Aufspaltung gefordert. Konzernchef Andrew Liveris lehnt dies zwar ab, allerdings sollen einige Umstrukturierungen erfolgen.

Die Anteilsscheine von Twitter sprangen um 7,45 Prozent hoch. Der Kurznachrichtendienst will mit neuen Mitteln und Wegen das langfristige Wachstum sichern. Auf dem ersten Investorentag seit dem Börsengang im vergangenen Jahr stellte das Management seine Strategie vor. Vorstandschef Dick Costolo versprach Anlegern, die Nutzbarkeit von Twitter mit diversen Neuerungen zu verbessern.

Die Papiere von Yahoo gewannen an der Nasdaq 3,16 Prozent. Der Internet-Pionier investiert mit 640 Millionen Dollar einen kleinen Teil seines Riesengewinns aus der Beteiligung am chinesischen Onlineriesen Alibaba in den Video-Werbedienst BrightRoll.

In den Blick rückten einmal mehr auch wieder die Anteilsscheine von Allergan und Actavis. Im Wettbieten um den Botox-Hersteller Allergan soll der Pharmakonzern Actavis laut Kreisen ein Angebot im Wert von über 60 Milliarden US-Dollar (gut 48 Mrd Euro) vorgelegt haben. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete, bietet Actavis mehr als 200 Dollar je Aktie – das Allergan-Management fordere mindestens 210 Dollar. Eine Einigung könne es noch im November geben. Allergan könnte so eine feindliche Übernahme des kanadischen Pharmakonzerns Valeant abwehren, der Ende Oktober bereits ein Angebot von mindestens 200 Dollar je Aktie vorgelegt hatte. Während die Aktien von Allergan und Valeant in New York um 0,60 Prozent und 1,13 Prozent stiegen, gaben die von Actavis um 1,24 Prozent nach. (awp/mc/upd/ps)

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