US-Schluss: Tech-Schwäche hält an aus Furcht vor steigenden Zinsen

US-Schluss: Tech-Schwäche hält an aus Furcht vor steigenden Zinsen
(Adobe Stock)

New York – Am US-Aktienmarkt haben am Montag abermals die Technologiewerte unter den erwarteten Leitzinserhöhungen gelitten. Der Nasdaq 100 rutschte auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober. Zwei Stunden vor dem Börsenschluss verlor er allerdings nur noch 0,92 Prozent auf 15’449 Zähler. Die Rendite für zehnjährige US-Staatspapiere zog am Montag zeitweise bis auf 1,8 Prozent an.

Auch die Standardwerte liessen unter dem Eindruck der Tech-Schwäche Federn. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,76 Prozent auf 35’957 Punkte. Der marktbreite S&P 500 stand 0,78 Prozent tiefer auf 4650 Punkten.

«Mit auf Pandemiehoch steigenden Anleiherenditen fliehen die Anleger aus Wachstumswerten und schichten nur einen Teil ihres Kapitals in Substanzwerte um», sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. «Der Rest wird an der Seitenlinie geparkt, bis mehr Klarheit über die Geschwindigkeit der Zinswende in den USA herrscht.»

Bereits die erste Handelswoche 2022 war für Technologiewerte sehr schlecht gelaufen. Anleger sorgen sich hier, dass höhere Zinsen und damit teurere Finanzierungen den Schwung in der Wachstumsbranche ausbremsen könnten. Mit Nervosität wird nun auf die zur Wochenmitte anstehenden Inflationsdaten gewartet. «Sie haben das Potenzial, die Verkäufe gerade bei Tech-Aktien noch weiter zu beschleunigen», fürchtet Experte Stanzl. «Im Gegenzug könnten allerdings Schnäppchenjäger geneigt sein, wieder einzusteigen, wenn die Daten Hinweise auf zumindest etwas nachlassenden Preisdruck geben.» Das Thema Inflation bleibe ganz oben auf der Risikoliste der Anleger.

Die US-Notenbank indes dürfte sich in ihrem geldpolitischen Straffungskurs bestätigt sehen, wenn die Teuerung weiter steigt. Einige Fed-Mitglieder hatten zuletzt zudem gefordert, mit dem Bilanzabbau relativ bald nach der ersten Zinsanhebung zu beginnen. Die Volkswirte von Goldman Sachs rechnen inzwischen mit vier Zinsschritten der Fed in diesem Jahr, während allgemein bislang von drei Erhöhungen ausgegangen wurde.

Unter den Einzelwerten rückten am Montag die beiden Computerspiele-Entwickler Zynga und Take-Two Interactive Software in den Fokus. Take-Two will Zynga für 12,7 Milliarden US-Dollar oder 9,86 Dollar je Aktie übernehmen. Der Kaufpreis entspricht einer Prämie von 64 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag. Während Zynga am Montag nun um fast 42 Prozent nach oben schossen, gaben Take-Two um mehr als 14 Prozent nach.

Nike verloren hinten im Dow fast fünf Prozent. Die britische Investmentbank HSBC hatte die Aktien des Sportartikelherstellers von «Buy» auf «Hold» abgestuft. Die Produktionsprobleme in Vietnam dürften überstanden sein, aber die Lage in den weltweiten Lieferketten bleibe angespannt, schrieb Analyst Erwan Rambourg. Zudem dürfte die Nachfrage chinesischer Kunden eher träge bleiben.

Den Nike-Kurs belastete aber auch eine Warnung von Lululemon Athletica , wonach Umsatz und Gewinn im vierten Geschäftsquartal wegen der Coronavirus-Variante Omikron nur am unteren Ende der angepeilten Spanne liegen dürften. Lululemon-Papiere büssten mehr als vier Prozent ein. (awp/mc/ps)

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