US-Schluss: Rally scharf ausgebremst

Boerse

New York – Die Rekordserie der Technologiewerte ist am Donnerstag jäh ausgebremst worden. Der Auswahlindex Nasdaq 100 , der seit dem Frühsommer von Höchststand zu Höchststand eilte, und seine Rally zuletzt noch beschleunigte, rutschte um 5,23 Prozent auf 11’771,36 Punkte ab. Der marktbreite S&P 500 fiel aus ebenfalls luftiger Höhe um 3,51 Prozent auf 3455,06 Punkte zurück und der US-Leitindex Dow Jones Industrial sank um 2,78 Prozent auf 28’292,73 Punkte. Ihm war seit dem Einbruch in der Corona-Krise im Februar noch kein neuer Rekord gelungen.

Die Anleger hätten ermutigende Daten vom Arbeitsmarkt genauso ignoriert wie erfüllte Erwartungen im Einkaufsmanagerindex und sich statt dessen der bereits hohen Kursgewinne besonnen, erklärte Experte Chris Hussey von Goldman Sachs. Gerade in den zuletzt so starken sogenannten FANGMAN-Aktien Facebook , Amazon , Netflix, Google , Microsoft , Apple und Nvidia hätten die Anleger Gewinne realisiert.

Auch die Anteilsscheine von Zoom Video – als Softwarespezialist für Videokonferenzen ein Corona-Krisengewinner – rutschten um fast zehn Prozent ab. Sie waren vor zwei Tagen erst nach überzeugenden Quartalszahlen um gut 40 Prozent nach oben geschossen.

Den Netzwerkausrüster Ciena straften die Anleger nach einem enttäuschenden Ausblick gar mit bis zu 30 Prozent Minus ab. Auch andere Branchenkollegen wie Infinera und Lumentum verloren zweistellig.

Auch die neuen Mitglieder im Dow Salesforce und Amgen , mit denen der Leitindex stärker die Zukunftstrends wie Cloud und Biotechnologie abbilden soll, gerieten mit etwa 4 Prozent Abschlag erheblich unter Druck.

Dagegen sprangen die Papiere von Navistar um 5,6 Prozent auf das höchste Niveau seit März an. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen berichtetet, will die VW-Nutzfahrzeugtochter Traton die Übernahmegespräche mit dem US-Konzern wieder aufnehmen. Nachdem die Verhandlungen coronabedingt auf Eis gelegen hätten, wolle Traton nun einen neuen Versuch unternehmen, das Navistar-Management und die Grossaktionäre wie den Milliardär Carl Icahn zu überzeugen, hiess es. (awp/mc/pg)

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