US-Schluss: Anleger machen Kasse – Doordash-Kursfeuerwerk

Boerse

New York – Nach neuen Kursrekorden im frühen Handel an der Wall Street haben Anleger am Mittwoch Kursgewinne eingestrichen. Auch die Aussicht auf ein baldiges milliardenschweres Konjunkturpaket für die geschwächte US-Wirtschaft konnte die Investoren nicht mehr zu Käufen bewegen. Der Leitindex Dow Jones Industrial , der zum Handelsbeginn bei über 30’300 Punkten ein historisches Hoch erreicht hatte, gab um 0,35 Prozent auf 30’068,81 Punkte nach und konnte die 30’000er Marke halten. Mit Verlusten von jeweils rund zwei Prozent belasteten die Tech-Giganten Microsoft und Apple den Dow.

Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,79 Prozent auf 3672,82 Zähler zurück. Er hatte zu Handelsbeginn ebenfalls ein weiteres Rekordhoch erreicht. Der Nasdaq 100 geriet mit einem Minus von 2,15 Prozent auf 12’364,64 Zähler deutlich stärker unter die Räder. Es war der grösste Tagesverlust seit einem Monat. Hier winken Investoren jedoch auch hohe Gewinne: Seit Jahresbeginn hat der Index um rund 45 Prozent zugelegt und damit den Dow und den S&P 500 weit hinter sich gelassen.

Die US-Börsen haben beeindruckende Wochen hinter sich: Seit Anfang November war der Dow um rund 14 Prozent gestiegen, angetrieben von positiven Nachrichten zu Corona-Impfstoffen, vom Sieg des Demokraten Joe Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen und nicht zuletzt von einer nach wie vor sehr lockeren Geldpolitik der Notenbank Fed. Nun aber könnten Anleger mit Blick auf das näher rückende Jahresende «Kasse» machen und Gewinne realisieren.

Am Vorabend hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin mitgeteilt, er habe den Demokraten ein Corona-Hilfspaket im Umfang von mehr als 900 Milliarden US-Dollar angeboten. Derweil breitet sich das Corona-Virus in den Vereinigten Staaten weiterhin rasant aus.

Ein Kursfeuerwerk brannten die Aktien des Essensauslieferers Doordash bei ihrem Gang auf das Börsenparkett ab. Auf bis zu fast 200 US-Dollar ging es mit den Papieren nach oben. Zuvor hatte das Unternehmen die 33 Millionen Anteilsscheine zum Preis von je 102 US-Dollar bei Investoren untergebracht und damit fast 3,4 Milliarden Dollar (2,8 Mrd. Euro) eingesammelt. Zum Ende des ersten Handelstages kosteten die Aktien knapp 190 Dollar.

Das Biotech-Unternehmen Moderna ist in der Virusbekämpfung eine Partnerschaft mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche eingegangen. Anleger konnte die Kooperation indes nicht überzeugen, sie nahmen bei Moderna Kursgewinne mit nach dem sehr starken Lauf der vergangenen Wochen. Die Aktie büsste fast acht Prozent ein.

Facebook-Aktien verloren vorübergehend bis zu vier Prozent. Die US-Regierung und 48 Bundesstaaten verklagen Facebook wegen des Vorwurfs des unfairen Wettbewerbs. Die überparteiliche Allianz wirft Facebook vor, ein illegales Monopol aufgebaut zu haben. Am Ende schlossen Facebook knapp zwei Prozent niedriger.

Gegen den schwachen Trend gewannen die Aktien von AT&T gut zwei Prozent. Einem Medienbericht zufolge steht der Telekom- und Medienkonzern kurz vor einem Verkauf der Satelliten-TV-Sparte DirecTV für mehr als 15 Milliarden Dollar inklusive Schulden.

Unter die Räder gerieten die Anteilsscheine von FireEye, sie sackten um 13 Prozent ab. Die IT-Sicherheitsfirma, die unter anderem US-Behörden oft bei Cyber-Attacken einschalten, ist nun selbst Ziel von Hackern geworden.

Der Euro zeigte sich etwas schwächer, er notierte zuletzt mit 1,2082 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2109 (Dienstag: 1,2114) Dollar festgesetzt, der Dollar hatte damit 0,8258 (0,8255) Euro gekostet. US-Staatsanleihen gaben leicht nach. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) verlor 0,09 Prozent auf 137,63 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg entsprechend auf 0,94 Prozent. (awp/mc/ps)

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