US-Schluss: Erholt von Kashkari – Jobdaten kein Kursdämpfer

US-Schluss: Erholt von Kashkari – Jobdaten kein Kursdämpfer
(Adobe Stock)

New York – Trotz überraschend starker US-Arbeitsmarktdaten hat sich die Wall Street am Freitag von ihrem Vortagesrutsch erholt. Der Dow Jones Industrial stieg um 0,80 Prozent auf 38’904,04 Punkte, verbuchte aber auf Wochensicht ein Minus von 2,3 Prozent.

Der technologielastige Nasdaq 100 gewann am Freitag 1,28 Prozent auf 18’108,46 Zähler, die Wochenbilanz fällt mit minus 0,8 Prozent nicht ganz so schwach aus wie für den Leitindex. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 1,11 Prozent auf 5204,34 Punkte hinauf.

Am Vortag waren die Indizes etwas deutlicher von ihren jüngsten Rekordhochs zurückgefallen. Grund waren Äusserungen des Präsidenten der regionalen Notenbank von Minneapolis, Neel Kashkari gewesen. Falls der Fortschritt bei der Inflationssenkung ins Stocken gerate, könnte im laufenden Jahr womöglich doch keine Zinssenkung nötig sein, hatte er gesagt. Die Preisentwicklung im Januar und Februar sei «etwas beunruhigend» gewesen.

Am Freitag untermauerte eine noch bessere Entwicklung des US-Arbeitsmarktes als gedacht im Grunde die Befürchtungen der Anleger, dass die US-Notenbank sich länger als erhofft mit Zinssenkungen Zeit lassen könnte. Dass diese kommen werden, wenn auch etwas später, davon sind Ökonomen jedoch überzeugt. Zinssenkungen blieben das Hauptszenario an den Finanzmärkten, schrieb der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. Und dies habe Gründe: So zeigten wichtige Konjunkturbarometer, dass die Bereitschaft zur Personaleinstellung der US-Konzerne abebbe. Schlechtere Arbeitsmarktzahlen dürften folgen und somit auch Zinssenkungen der Fed.

US-Volkswirt Brian Rose von der schweizerischen Bank UBS blickte auf den Lohnanstieg, der moderat ausgefallen sei und deshalb die Fed von baldigen Zinssenkungen nicht abhalten sollte. Der Experte rechnet weiterhin mit drei Zinskürzungen bis Jahresende. Eine Abschwächung des Arbeitsmarktes sowie der Inflation sei dafür aber die Bedingung.

Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über die Aufgabe der Pläne für Billigautos warf die Aktien von Tesla wieder zurück. Sie verloren 3,6 Prozent. Unternehmenschef Elon Musk dementierte die Aussagen gleichwohl und bezichtigte die Agentur der Lüge. Für die Tesla-Anleger war es eine schwache Woche, in der anfangs schon enttäuschende Auslieferungszahlen den Kurs deutlich belastet hatten.

Für die Papiere von Intel ging es am Freitag nochmals um 2,6 Prozent bergab. Im Wochenverlauf hatte die Nachricht, dass der Konzern in seiner Chip-Auftragsfertigung noch jahrelang mit Verlusten rechnet, bereits für kräftige Verluste gesorgt. Intel waren am Freitag das Schlusslicht im Dow, während an der Index-Spitze Amazon ihre Kursrally in Richtung Rekordhoch fortsetzten. Die Titel des Online-Handelsriesen gewannen 2,8 Prozent.

Die Aktien der Donut-Kette Krispy Kreme legten um 7,3 Prozent zu. Die Analysten des Investmenthauses Piper Sandler hatten sie auf «Overweight» hochgestuft, nachdem Krispy Kreme und McDonald’s vergangene Woche eine Kooperation in den USA bekannt gegeben hatten. McDonald’s setzten indes vor dem Wochenende ihren jüngsten Abwärtstrend mit minus 1,3 Prozent fort.

Der Euro erholte sich im New Yorker Handel von seinen Kursverlusten infolge der starken Jobdaten. War die Gemeinschaftswährung im europäischen Nachmittagsgeschäft noch unter 1,08 US-Dollar gefallen, kostete sie nach dem New Yorker Börsenschluss 1,0837 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0841 (Donnerstag: 1,0852) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,9224 (0,9214) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt sanken die Kurse deutlich. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) fiel um 0,55 Prozent auf 109,52 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere stieg im Gegenzug auf 4,4 Prozent. (awp/mc/ps)

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