US-Schluss: Dow rückt 0,1% auf 24’423 Punkte vor

Boerse

New York – Der US-Aktienmarkt hat sich am Montag nach einem schwachen Start noch ins Plus gerettet. Nach der Technologiebörse Nasdaq drehten auch die Standardwerte-Indizes ins Plus, so dass die jüngste Talfahrt erst einmal ein Ende fand. Vor allem bei zuletzt gebeutelten Tech-Schwergewichten wie Facebook und Microsoft griffen die Anleger wieder zu. An der Nachrichtenlage hat sich allerdings nichts Entscheidendes geändert – nach wie vor stehen der Handelsstreit zwischen den USA und China und der nahende Brexit im Fokus.

Der Dow Jones Industrial sackte im frühen Handel erstmals seit Ende Juni wieder unter die Marke von 24’000 Punkten, bevor die Gegenbewegung einsetzte. Zum Schluss stand er 0,14 Prozent im Plus bei 24’423,26 Punkten. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex mit minus viereinhalb Prozent den höchsten Wochenverlust seit März erlitten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Montag letztlich um 0,18 Prozent auf 2637,72 Punkte hoch. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewann deutlichere 1,05 Prozent auf 6682,74 Punkte.

Die Anleger sorgen sich mit Blick auf die in der Vorwoche festgenommene Finanzchefin des chinesischen Technologie-Konzerns Huawei in Kanada indes weiter über die Auswirkungen auf die Verhandlungen im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt. Am Wochenende bestellten die Chinesen nach dem Vertreter Kanadas auch den Botschafter der USA ein, um gegen die Festnahme von Meng Wanzhou zu protestieren. Man werde weitere Schritte unternehmen, sofern dies notwendig sein sollte, hiess es in Peking weiter.

Wegen der drohenden Belastungen durch den Handelsstreit will der Actionkamera-Hersteller GoPro seine Produktion für den US-Markt aus China abziehen. Die Aktien schlossen rund ein Prozent im Minus. GoPro schrieb zuletzt rote Zahlen und tut sich schon länger schwer, so dass zusätzliche Zölle die Geschäfte stark belasten würden. Für dieses Weihnachtsgeschäft hatte die Firma eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen dank neuer Kameras wie dem Top-Modell Hero 7 Black in Aussicht gestellt. Wohin der Teil der Produktion bis zum Sommer 2019 verlagert werden soll, teilte das Unternehmen nicht mit.

Bei Apple belastete unter anderem ein Bericht, wonach der Zulieferer Japan Display seine Displayproduktion für das neue iPhone deutlich kürzen will, und Aussagen des Chipkonzerns Qualcomm, der im Patentstreit mit Apple Verkaufsverbote für einige iPhone-Modelle in China erwirkt haben will, nicht dauerhaft. Die Apple-Aktien drehten ins Plus und gewannen am Ende 0,66 Prozent.

Mehrere Analysten betonten, dass die Qualcomm-Aussagen an den fundamentalen Aussichten von Apple in China nichts änderten. Zudem widersprach Apple selbst diesen Aussagen, und Japan Display betonte, dass vor dem Jahresende keine Produktionskürzung vorgesehen sei. Qualcomm-Titel verteuerten sich dennoch um mehr als zwei Prozent.

Für die Anteilsscheine der Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron ging es angesichts wieder sinkender Ölpreise um fast anderthalb beziehungsweise knapp ein halbes Prozent bergab.

Der Eurokurs stand zuletzt bei 1,1353 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) noch auf 1,1425 (Freitag: 1,1371) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8753 (0,8794) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen verloren 3/32 Punkte auf 102 10/32 Punkte und rentierten mit 2,86 Prozent. (awp/mc/ps)

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