US-Eröffnung: Überwiegend im Minus – Nvidia nach Zahlen schwach

US-Eröffnung: Überwiegend im Minus – Nvidia nach Zahlen schwach
(Adobe Stock)

New York – Deutliche Kursverluste von Nvidia trotz starker Zahlen des KI-Champions haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Der Leitindex Dow Jones Industrial drehte nach einem freundlichen Handelsauftakt zwischenzeitlich ins Minus und notierte zuletzt praktisch unverändert bei 49.483 Punkten. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,8 Prozent auf 6.888 Zähler. Für den Nasdaq 100 ging es um 1,5 Prozent auf 24.960 Punkte abwärts.

Die Anleger zeigen sich vorsichtig, nachdem die weltweit bedeutendsten Börsen – angetrieben vom Thema Künstliche Intelligenz (KI) – von Rekord zu Rekord geeilt waren. Hinzu kommen nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs in den Vereinigten Staaten die weiterhin schwelenden Zoll-Unsicherheiten, da US-Präsident Donald Trump umgehend alternative Massnahmen angekündigt hatte. Der Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran ist ebenfalls ungewiss. Im schlimmsten Fall könnte ein Angriff der USA folgen.

Die Aktien des wohl weltweit wichtigsten Halbleiterkonzerns Nvidia sackten zuletzt um 5,2 Prozent ab, nachdem sie im vorbörslichen Handel noch moderat zugelegt hatten. Marktstratege Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI Asset sagte, es reiche inzwischen nicht mehr, die Erwartungen zu übertreffen. Der KI-Zyklus sei vielmehr bereits so weit fortgeschritten, dass sich die Anleger zunehmend fragten, wie lange es noch so rasant weitergehen werde.

Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank verwies auf die Zweischneidigkeit der starken Nvidia-Zahlen und der Aussagen zur weiteren Geschäftsentwicklung: «Längst sind Signale eines schnelleren KI-Ausbaus, wie sie Nvidia lieferte, kein Grund mehr für Anleger, in Jubel-Arien zu verfallen. Sie kennen die Kehrseite der Medaille: die Disruption durch KI. Wenn der KI-Ausbau schneller verläuft als gedacht, ist auch die Wahrscheinlichkeit grösser, dass dies ebenso für die KI-Disruption gilt.»

Die Aktien von Salesforce gehörten mit einem Kursanstieg von 3,0 Prozent zu den Top-Werten im Dow. Der Softwarekonzern konnte mit seinem Umsatzausblick auf das angelaufene Geschäftsjahr die Sorgen um eine Bedrohung des Geschäftsmodells durch Künstliche Intelligenz offenbar zerstreuen. Zur guten Stimmung dürfte auch die Ankündigung eines grossen Aktienrückkaufprogramms beigetragen haben. Seit dem jähen Abrutschen etwa Mitte Januar hat der Kurs aber immer noch 25 Prozent eingebüsst.

Um mehr als 38 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Monaten sackten die Aktien von Array ab. Der Solartracker-Hersteller enttäuschte die Anleger mit seinem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Die Papiere von C3.ai fielen auf ein Rekordtief und büssten zuletzt gut 16 Prozent ein. Das Softwareunternehmen reduzierte sein Umsatzziel für 2026.

Die Anteilscheine von Janus Henderson profitierten von einem Übernahmeangebot von Victory Capital für den Vermögensverwalter und gewannen 5,5 Prozent auf 52,90 US-Dollar. Victory bietet den Janus-Aktionären insgesamt 57,04 Dollar je Aktie. Bereits vor zwei Monaten hatte Trian Fund Management eine Kaufofferte von 49 Dollar je Janus-Aktie vorgelegt. (awp/mc/ps)

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