US-Schluss: Rally stockt weiter

Boerse
(Adobe Stock)

New York – Die Kursrally an der New Yorker Wall Street stockt nach wie vor. Am Mittwoch dämpften Marktexperten zufolge überraschend starke Umsätze im US-Einzelhandel die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed bei den Zinserhöhungen bald schon deutlich behutsamer vorgehen könnte.

Der Dow Jones Industrial hielt sich letztlich stabil mit minus 0,12 Prozent auf 33’553,83 Punkte. Damit bleibt der wohl bekannteste Wall Street-Index innerhalb der Spanne der vergangenen drei Tage. Nach einer Erholungsrally von rund 18,5 Prozent seit dem jüngsten Tief Mitte Oktober sind die Anleger inzwischen vorsichtiger geworden.

Der S&P 500 verlor zur Wochenmitte 0,83 Prozent auf 3958,79 Zähler. An der technologielastigen Nasdaq-Börse ging es nach einer relativ deutlichen Erholung am Vortag noch etwas kräftiger abwärts. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,45 Prozent auf 11’699,09 Punkte.

Der für die US-Wirtschaft wichtige Konsum zeigte sich im Oktober mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent im Vergleich zum September robuster als erwartet. Experten hatten im Schnitt mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet. Zugleich schwächte sich der Preisauftrieb bei US-Importgütern im Oktober deutlich ab.

Ausserdem gab es noch politischen Gesprächsstoff, denn nun ist es offiziell, dass Donald Trump zurück ins Weisse Haus will. Der 76-Jährige geht ins Rennen um die Kandidatur der Republikaner bei der Präsidentenwahl 2024. Vor Anhängern machte Trump deutlich, dass er bei einer Wiederwahl seine bisherige Politik fortsetzen will.

Unter den Einzelwerten zogen besonders der Chipkonzern Micron sowie der Einzelhändler Target die Blicke auf sich. Micron verstimmte die Anleger mit der Aussage, dass sich die Marktaussichten für das vierte Quartal eingetrübt hätten. Die Aktie büsste im Nasdaq 6,7 Prozent ein.

Target verwies ebenfalls auf trübere Aussichten und kappte daher seine Ziele für Umsatz und Ergebnis im wichtigen Schlussquartal. Der Kurs sackte um 13,1 Prozent ab. Belastet wurden davon auch die Papiere von Wettbewerbern wie Kohl’s und Best Buy. Kohl’s büssten 7,1 Prozent ein und Best Buy 8,6 Prozent.

Walmart legten nach der positiven Überraschung am Vortag hingegen weiter zu. Der Shopping-Riese hatte mit seinem Zahlenwerk überzeugt, das Jahresumsatzziel angehoben und ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Nun gab es zahlreiche positive Analystenkommentare. Die Aktie, die tags zuvor um 6,5 Prozent hochgesprungen war, baute ihr Plus um 0,7 Prozent aus. Für die Anteile von Lowe’s ging es um 3,0 Prozent hoch, nachdem der Händler von Heimwerkerartikeln und Haushaltsgeräten sein Gewinnziel für dieses Jahr höher steckte.

Auch ein Übernahmevorhaben zog die Aufmerksamkeit auf sich. Estee Lauder übernimmt die Modemarke Tom Ford. Damit stemmt der Kosmetikkonzern den grössten Zukauf in seiner bisherigen Unternehmensgeschichte, denn Tom Ford wird mit 2,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Aktien von Estee Lauder gaben um 1,8 Prozent nach.

Vor anstehenden Quartalszahlen gaben im Nasdaq 100 die Papiere von Cisco um 1,1 Prozent und die von Nvidia um 4,5 Prozent nach.

Der Euro wurde zum Börsenschluss an der Wall Street mit 1,0398 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs in Frankfurt auf 1,0412 (Dienstag: 1,0404) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9604 (0,9612) Euro.

Am US-Rentenmarkt legte der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) um 0,58 Prozent auf 113,22 Punkte zu. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen fiel im Gegenzug auf 3,682 Prozent. (awp/mc/ps)

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