US-Schluss: Moderate Verluste

US-Schluss: Moderate Verluste

New York – Die Wall Street hat am Montag nach einem unspektakulären Wochenstart mit moderaten Verlusten geschlossen. Vor dem Beginn der US-Berichtssaison, welche der Aluminiumkonzern Alcoa nach der Schlussglocke traditionell einläutet, blieben die Anleger vorsichtig. Im Fokus stand auch das zweitägige Treffen der Euro-Finanzminister, das am morgigen Dienstag seinen Abschluss findet. Der Dow Jones Industrial ging 0,28 Prozent tiefer bei 12.736,29 Punkten aus dem Handel.

Damit knüpfte der Leitindex an die negative Entwicklung der vergangenen zwei Börsentage an. Der marktbreite S&P 500-Index verlor 0,16 Prozent auf 1.352,46 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq sank der Composite Index um 0,19 Prozent auf 2.931,77 Punkte, und der Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 0,08 Prozent auf 2.610,31 Punkte ein.

Marktbeobachter verwiesen auf die wieder deutlich gestiegenen Renditen für spanische Staatsanleihen als Krisenindikator. Zuletzt musste Spanien für Papiere mit einer zehnjährigen Laufzeit fast sieben Prozent Zinsen zahlen. Auch die Renditen für italienische Titel legten zu und notierten bei gut sechs Prozent. Zudem sorgten sich die Anleger um die Gewinnentwicklung der Unternehmen und knabberten immer noch an den Nachwirkungen des enttäuschenden Arbeitsmarktberichts vom Freitag.

Vom Finanzminister-Treffen kam die Nachricht, dass die Euroländer noch im Juli milliardenschwere Nothilfen für Spaniens Banken auf den Weg bringen wollen. Die Vereinbarung für das Hilfsprogramm von bis zu 100 Milliarden Euro soll am 20. Juli unter Dach und Fach gebracht werden. Themen waren zudem das aus dem Ruder gelaufene Hilfsprogramm für Griechenland, ein Hilfsprogramm für den Inselstaat Zypern und die geplante europäische Bankenaufsicht.

Im Dow schlossen die Alcoa-Titel vor der Zahlenvorlage 0,34 Prozent höher. Nachbörslich ging es für die Titel weiter bergauf, da die nach der Schlussglocke vorgelegten Zahlen besser als erwartet ausfielen. Die Anleger achten auch deshalb besonders auf dieses Zahlenwerk, weil die Geschäfte des Aluminiumkonzerns stark von der Konjunkturentwicklung abhängen und damit einen Hinweis auf die Entwicklung der Gesamtwirtschaft liefern.

Die ebenfalls im US-Leitindex notierten Boeing-Anteilsscheine rückten um 0,46 Prozent vor. Der Flugzeugbauer hatte einen Grossauftrag für seinen modernisierten Mittelstreckenflieger 737-MAX erhalten. Der US-Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation (ALC) bestellte 75 Maschinen und sicherte sich Optionen für weitere 25 Exemplare, wie ALC-Chef Steven Udvar-Hazy und Boeing-Verkehrsflugzeugchef Ray Conner auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bei London mitteilten. Die ALC-Titel gaben moderate 0,36 Prozent ab.

Derweil stiegen die Titel von United Technologies um 0,32 Prozent. Die Tochter Pratt & Whitney und der deutsche Konzern MTU hatten einen Grossauftrag von den Philippinen erhalten. Die Fluggesellschaft Cebu Pacific orderte für ihre bereits bestellten 30 Airbus-A321-Jets das Triebwerk PW1100G-JM. Die MTU-Titel hatten den Frankfurter Haupthandel mehr als zwei Prozent im Plus beendet.

Im Krankenversicherungssektor sorgte eine geplante Übernahme für Kursgewinne. WellPoint will den Konkurrenten Amerigroup für knapp fünf Milliarden US-Dollar schlucken. Die Aktien von Amerigroup schnellten um 38 Prozent in die Höhe und WellPoint zogen um fast dreieinhalb Prozent an. Ebenfalls mit einem Zukauf stand der Suppenhersteller Campbell im Fokus. Er will für 1,55 Milliarden Dollar das auf gesundheitsbewusste Verbraucher spezialisierte Lebensmittel-Unternehmen Bolthouse Farms übernehmen, das derzeit Finanzinvestoren gehört. Die Campbell-Aktien verloren 0,82 Prozent.

Im Technologiesektor stiegen die Papiere von Activision Blizzard um bescheidene 0,33 Prozent. Der französische Medien- und Telekomkonzern Vivendi will Berichten zufolge seine Beteiligung an dem Videospiele-Unternehmen verkaufen. Die Vivendi-Aktien hatten in Paris knapp zwei Prozent höher geschlossen. (awp/mc/pg)

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