US-Schluss: Dow mit kleinem Plus – Tech-Werte geben nach

Boerse

New York – An der Wall Street hat sich der Dow Jones Industrial am Freitag etwas weiter von seinen jüngsten Verlusten erholt. Die tags zuvor aber noch stark gestiegenen Technologiewerte-Indizes rutschen im Handelsverlauf ins Minus. Zum Wochenschluss mieden die Anleger die Wachstumstitel, nachdem der Präsident der regionalen Notenbank (Fed) von Philadelphia, Patrick Harker, die Anleger etwas verunsichert hatte. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Inflationssorgen vertrat dieser die Auffassung, dass die Fed eher früher als später über eine Reduzierung der Anleihekäufe zur Stützung der Wirtschaft sprechen sollte.

Der US-Leitindex Dow schaffte am Ende ein Plus von 0,36 Prozent auf 34’207,84 Punkte. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 0,51 Prozent. Sorgen um die Inflations- und Zinsentwicklung hatten das Börsenbarometer insbesondere am Mittwoch deutlich belastet. Der marktbreite S&P 500 bewegte sich am Freitag letztlich mit minus 0,08 Prozent auf 4155,86 Punkte kaum vom Fleck. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,61 Prozent auf 13’411,74 Punkte.

Die Standardwerte wiederum wurden an diesem Freitag von einer zuletzt aufgehellten Stimmung im Dienstleistungssektor gestützt. Bereits am Vortag hätten bessere Arbeitslosenzahlen wieder Hoffnung auf eine rasche Arbeitsmarkterholung genährt und Käufer gelockt, hiess es bei Credit Suisse. Kurzfristig rechnen die Experten aber nicht mit einer Richtungsentscheidung am Aktienmarkt. Die Fundamentaldaten stimmten zwar optimistisch, technische Marktindikatoren sprächen jedoch für Zurückhaltung. Anfang der Vorwoche hatte der Dow mit 35’091 Punkten einen Rekordstand erreicht. Im Nasdaq 100 waren es 14’073 Punkte im April.

Mit Blick auf den Dow ergänzte Andreas Büchler, Experte bei Index-Radar, der US-Leitindex bewege sich zwischen zwei relativ eng beieinander liegenden Preiszonen hin und her, in denen Nachfrage beziehungsweise Angebot ein weiteres Vorankommen in die jeweilige Richtung verhinderten. Sowohl die Kaufbereitschaft im Bereich zwischen 33’300 und 33’500 Punkten als auch der Abgabedruck, der nur knapp darüber bei 35 100 Punkten messbar sei, wirkten auf die Kursentwicklung ein.

An der Dow-Spitze stiegen die Anteilscheine von Boeing um gut drei Prozent. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht, wonach der Flugzeugbauer plant, die Produktion von Modellen des Problemtyps 737 Max schneller als gedacht anzuziehen.

Die Papiere von AT&T legten nach einem Analystenkommentar um mehr als ein Prozent zu. Der Exporte John Hodulik von der Bank UBS hatte die Vereinfachung der Konzernstruktur gelobt. Damit sei der Telekomkonzern besser einzuschätzen, woraus wiederum für Anlagen ein attraktives Verhältnis von Chancen und Risiken resultiere.

Am Donnerstag bereits hatte der erfolgreiche Börsengang von Oatly viel Beachtung gefunden. Die Papiere des schwedischen Hafermilchkonzerns hatten gegenüber dem Ausgabepreis letztlich fast 19 Prozent gewonnen. An zweiten Handelstag nun setzte sich die Rally mit einem Plus von mehr als 11 Prozent fort.

Der Euro kostete zuletzt 1,2186 US-Dollar und wurde nicht nur von den frischen US-Konjunkturdaten, sondern auch von Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde belastet. Sie dämpfte Erwartungen, dass die Notenbank schon auf ihrer nächsten Sitzung im Juni Signale für die Rückführung ihrer massiven Anleihekäufe geben könnte.

Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sank um 0,02 Prozent auf 132,48 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Anleihen betrug 1,63 Prozent. (awp/mc/ps)

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