US-Schluss: Indizes nach gutem Start noch klar im Minus

Boerse
(Adobe Stock)

New York – Den Anlegern ist am Montag die zuletzt kurz aufgeflammte Risikobereitschaft wieder abhanden gekommen. Nach der deutlichen Erholung vom Freitag waren die New Yorker Aktienindizes zwar mit weiteren Gewinnen gestartet, die Anleger gingen im Verlauf aber wieder in die Defensive. Da halfen auch gut aufgenommene Zahlen der Investmentbank Goldman Sachs dem Gesamtmarkt nicht nachhaltig.

Am Ende ging es für den Dow Jones Industrial um 0,69 Prozent bergab. Nach einem Tageshoch von knapp 31 645 Punkten, das den höchsten Stand seit Ende Juni bedeutete, ging der New Yorker Leitindex fast 600 Punkte tiefer bei 31 072,61 Zählern über die Ziellinie. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,84 Prozent auf 3830,85 Zähler, während der technologielastige Nasdaq 100 um 0,89 Prozent auf 11 877,50 Punkte fiel.

Die Risikobereitschaft sei nur kurzzeitig besser geworden, ohne dass dies mit greifbar besseren Nachrichten in Zusammenhang gestanden habe, hiess es von Expertenseite. Die wirtschaftlichen Risiken blieben gross und die hohe Inflation müsse weiter bekämpft werden. Als generelle Belastung hinzu kommt auch die Unsicherheit über russische Gaslieferungen nach Europa. Auch Apple galt mit Sparvorhaben als Belastung.

Mit Goldman Sachs und der Bank of America legten weitere grosse US-Banken ihre Quartalszahlen vor, die zumindest bei den Goldman-Anlegern nachhaltig gut ankamen: Die Papiere der Investmentbank verteidigten ein Plus von 2,5 Prozent und waren damit der Spitzenreiter im Dow. Die Bank hat trotz eines Gewinnbruchs besser als erwartet abgeschnitten.

Das Umfeld für die Aktien grosser US-Banken war vor diesem Hintergrund generell recht solide, bei der Bank of America reichte es nach den Zahlen noch für ein hauchdünnes Plus. Anleger sahen hier darüber hinweg, dass das Geldinstitut mit dem Gewinn knapp unter den Erwartungen blieb. Laut der UBS -Expertin Erika Najarian war das Quartal besser als es auf den ersten Blick den Anschein mache.

Ein Symbol für den Dreh ins Minus waren die Apple -Aktien, die nach positivem Start 2,1 Prozent tiefer schlossen. Hier hiess es am Markt, die Kursgewinne seien wegen einer Kreise-Meldung ausgelöscht worden, dass der iPhone-Hersteller im kommenden Jahr in manchen Bereichen bei den Ausgaben und dem Personal den Rotstift ansetzen werde, um einen wirtschaftlichen Abschwung zu bewältigen.

Bei Boeing ging der Rückenwind verloren, sie schlossen fast unverändert. Zeitweise waren die Papiere davon angetrieben worden, dass der Flugzeugbauer auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough Aufträge festzurrte – unter anderem für 100 737-Max-Mittelstreckenjets von Delta Air Lines .

Generell wieder begehrt waren auch Ölwerte. Chevron zogen im Dow im Zuge wieder anziehender Ölpreise um 1,4 Prozent an. Die Börsenpreise für den Energieträger stiegen mit der generell wieder besseren Anlegerstimmung, hiess es. Ausserdem hat der US-Dollar im Handel mit anderen wichtigen Währungen an Stärke verloren.

Darüber hinaus fielen zwei Aktien im Zuge von Analystenkommentaren positiv auf. Chesapeake Energy legten nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs um 4,3 Prozent zu. In der Studie äusserte sich Umang Choudhary generell optimistisch zu Erdgas-Produzenten wie Chesapeake.

Mit Expensify sprangen die Papiere eines Nebenwertes um 12,3 Prozent nach oben. Das auf Ausgabenverwaltung spezialisierte Softwareunternehmen wurde von der Bank of America zum Kauf empfohlen – unter anderem wegen dem vielversprechenden Fokus auf das Spesenmanagement.

Der zuletzt unter die Parität gefallene Kurs des Euro erholte sich deutlich. Am Montag erreichte die Gemeinschaftswährung in der Spitze 1,0201 US-Dollar, zuletzt wurden dann noch 1,0144 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0131 (Freitag: 1,0059) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9871 (0,9941) Euro.

US-Staatsanleihen fielen in der Gunst der Anleger etwas. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries gab um 0,25 Prozent auf 118,34 Punkte nach. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf 2,97 Prozent. Zeitweise reichte sie knapp über die 3-Prozent-Marke. (awp/mc/pg)

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