US-Schluss: Handelskrieg tobt – Kurse fallen wie Steine

US-Schluss: Handelskrieg tobt – Kurse fallen wie Steine

New York – Der tobende Handelskrieg zwischen China und den USA liess zum Wochenauftakt die Kurse am US-Aktienmarkt fallen wie Steine. Der Leitindex Dow Jones Industrial sackte um 2,90 Prozent ab auf 25’717,74 Punkte. Dem marktbreiten S&P 500 erging es ähnlich mit minus 2,89 Prozent auf 2844,74 Punkte. Beide Indizes hatten am Montag zwischenzeitlich mehr als dreieinhalb Prozent verloren.

Noch schlimmer erwischte es den von Technologiewerten geprägten Nasdaq 100, der zeitweise um mehr als 4 Prozent nach unten rasselte und mit minus 3,60 Prozent auf 7415,69 Punkten den Tag beendete. Zyklische Technologie-Aktien reagieren in Phasen einer drohenden Konjunkturabkühlung für gewöhnlich besonders sensibel. Nachdem alle drei Indizes erst Mitte beziehungsweise Ende Juli Kurs-Bestmarken erreicht hatten, sieht es nach drei Handelstagen im August für die New Yorker Börsen nun rabenschwarz aus.

Die Abschläge an diesem Montag waren für den Dow, den S&P und den Nasdaq 100 jeweils die bislang grössten Tagesverluste im Jahr 2019. «Das, was wir heute in den USA gesehen haben, ist schon mehr als eine normale Verkaufswelle. Die Anleger sind noch nicht im Panik-Modus, aber eine gehörige Portion Unsicherheit ist dabei», sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners. «Wenn Indizes wie der Nasdaq 100 an einem Tag zwischenzeitlich mit mehr als 4 Prozent im Minus liegen, darf das durchaus als Mini-Crash bezeichnet werden.»

Der Handelskrieg erreichte eine weitere Eskalationsstufe, indem China Gegenmassnahmen gegen angekündigte US-Zollerhöhungen ergriff und damit die Sorgen der Anleger vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung vergrösserte. So konterte das Reich der Mitte mit einer Abwertung seiner Währung, gleichwohl die Notenbank versicherte, die heimische Währung nicht als Mittel im Handelskonflikt einzusetzen. Zudem wies die Volksrepublik ihre Unternehmen dazu an, keine Agrargüter mehr aus den USA zu importieren. Die Einfuhren hatte sie vor einiger Zeit als Zugeständnis zugesagt, um den Konflikt etwas zu entschärfen.

Unternehmensseitig ging es zum Wochenbeginn relativ ruhig zu. Die Berichtssaison, die ihren Zenit in den USA überschritten hat, sorgt nur noch reduziert für Schlagzeilen. Zahlen eines Dow-Konzerns werden erst am Dienstag wieder nachbörslich mit Walt Disney erwartet. Am Montag verloren die Papiere des Entertainment-Riesen 2,41 Prozent, nachdem sie Ende Juli noch ein Rekordhoch markiert hatten. Im Dow war keiner der 30 Werte im Plus.

Zyklische Techwerte gingen in dem eingetrübten Konjunkturumfeld auf Tauchstation: Apple verloren 5,31 Prozent und waren damit gleichzeitig auch der schwächste Wert im Leitindex Dow.

Verluste von 2,44 Prozent mussten auch die Anleger von Berkshire Hathaway hinnehmen. Die Investmentgesellschaft des US-Starinvestors Warren Buffett hatte bereits am Freitag nach Börsenschluss Resultate präsentiert und einen starken Gewinnrückgang erlitten.

Positiv nahmen die Anleger dagegen die jüngsten Geschäftszahlen des deutsch-amerikanischen Gasekonzerns Linde auf, dessen Papiere in New York auch wegen eines erneut angehobenen Gewinnziels um 1,56 Prozent stiegen. Analyst Gunther Zechmann vom Analysehaus Bernstein sprach von einer recht krisenfesten Geschäftsentwicklung.

Die Massaker von El Paso und Dayton lassen die Rufe nach strengeren US-Waffengesetzen wieder lauter werden – davon konnten am Montag an der Börse ausgerechnet die grossen Waffenschmieden teilweise profitieren. Die Aktien von American Outdoor Brands – dem Mutterkonzern des Herstellers Smith & Wesson – gewannen 2,20 Prozent. Die Papiere des Wettbewerbers Sturm, Ruger & Co gaben indes um 1,48 Prozent nach.

Der Euro stieg zeitweise über 1,12 Dollar. In New York kostete er zuletzt 1,1198 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1182 (Freitag: 1,1106) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8943 (0,9004) Euro gekostet.

Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen rückten um einen ganzen Punkt und 5/32 Punkte auf 105 28/32 Punkte vor. Sie rentierten mit 1,72 Prozent. (awp/mc/ps)

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