US-Schluss: Dow Jones tiefrot mit einem Minus von 1,8%

Boerse

New York – Der wieder in den Fokus gerückte Zollstreit zwischen den USA und China hat die Anleger am Dienstag an der Wall Street weiter in die Flucht getrieben. Der Dow Jones Industrial begab sich mit 1,79 Prozent auf Talfahrt und ging bei 25 965,09 Punkten aus dem Handel. Am Vortag hatte er nach den ersten Wogen angedrohter Zollerhöhungen letztlich nur moderat im Minus geschlossen.

Wie Analyst Deane Dray vom kanadischen Analysehaus RBC in einem Kommentar schrieb, war der Markt bis zuletzt von einem ermutigenden Stand der Gespräche zwischen den USA und China ausgegangen. Die jüngste Androhung höherer Zölle durch US-Präsident Donald Trump habe nun aber einen Abverkauf auf breiter Basis ausgelöst, auch wenn die Gespräche zwischen den beiden Parteien an diesem Donnerstag weiter gehen sollen.

Auch für die übrigen New Yorker Indizes stand vor diesem Hintergrund am Dienstag ein negatives Vorzeichen auf der Kurstafel. Der breit aufgestellte S&P 500 gab um 1,65 Prozent auf 2884,05 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 1,98 Prozent auf 7640,15 Zähler.

„Unter dem Strich droht die Verschlechterung des Verhältnisses die Wehen des globalen Handelskrieges zu verlängern und die wirtschaftlichen Folgen in beiden Ländern zu verstärken“, fuhr RBC-Experte Dray fort. Ausdruck der erneuten Eskalation war, dass der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Montag als Grund für die Zolldrohungen darauf verwies, dass China in den Verhandlungen bereits gemachte Zusagen wieder zurückgenommen habe.

Kapitalmarktanalyst Markus Glockenmeier von der National-Bank vermutet, dass die vom Handelskonflikt ausgehende Unsicherheit nun eine Konsolidierung auf dem zuletzt erhöhten Kursniveau begünstigt. Seiner Einschätzung nach spricht es auch gegen eine Fortsetzung der bisherigen Rally in diesem Jahr, dass der Mai üblicherweise bei Börsianern nicht als Wonnemonat angesehen wird.

Auf der Unternehmensseite dominierten die grossen Industrie- und Technologiewerte wie schon am Vortag die Verliererlisten. Für die Aktien von Boeing , United Technologies , Apple , Caterpillar oder Microsoft ging es im Zuge der Zollsorgen um zwischen 2 und 4 Prozent bergab.

Eine klar positive Ausnahme im schwachen Marktumfeld waren nach Zahlen die Papiere des Versicherers AIG , bei dem die Aktionäre ein starkes Quartalsergebnis als strategischen Erfolg werteten – und mit einem fast 7-prozentigen Kursplus honorierten. Resultate gab es ausserdem vom Aromen- und Duftstoffe-Hersteller IFF , dessen Aktien aber mit 2 Prozent ins Minus abtauchten.

Sehr viel düsterer war jedoch die Lage für Mylan-Aktionäre , die am Dienstag einen Kurseinbruch um fast 24 Prozent einstecken mussten. Der Kurs erreichte den tiefsten Stand seit 2012. Der Generikahersteller hatte die Anleger mit einer schwachen Umsatzentwicklung im ersten Quartal enttäuscht. Wie es am Markt hiess, bleibt das erhoffte Signal für eine Wende damit weiter aus.

Eine klar positive Ausnahme waren an das Nasdaq-Börse die 5,4 Prozent festeren Aktien von Henry Schein . Der Spezialist für Dentaltechnik überzeugte seine Anleger mit einem überraschend hohen Gewinn im ersten Quartal und einer nach oben angepassten Spanne beim Jahresausblick.

Angesichts der absackenden Aktienmärkte profitierten US-Anleihen ein Stück weit von ihrem Status als „sichere Häfen“ für die Anleger. Richtungweisende zehnjährige Rentenpapiere der USA gewannen 4/32 auf 101 15/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,455 Prozent.

Der Euro tendierte belastet von schwachen Wirtschaftssignalen aus der Eurozone etwas leichter. In New York wurden zuletzt 1,1191 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1185 (Montag: 1,1199) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8941 (0,8929) Euro gekostet. (awp/mc/pg)

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