US-Eröffnung: Zurückhaltung vor Quartalsbilanzen grosser Tech-Konzerne
New York – Vor den nachbörslich anstehenden Quartalsbilanzen mehrerer Tech-Schwergewichte haben sich die Anleger an den US-Börsen am Mittwoch zurückgehalten. Neben Texas Instruments und IBM legen mit Alphabet und Tesla dabei auch zwei der «Magnificent 7» ihre Zahlen vor. Vor allem diese beiden dürften dann erst einmal die Richtung für den Technologiesektor und die Stimmung an den Märkten vorgeben, wie Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets erwartet.
«Nach der KI-Euphorie der vergangenen Monate zählt jetzt nicht mehr die Fantasie, sondern die Realität», sagte er. «Die Börse will steigende Umsätze, kräftige Gewinne und vor allem einen optimistischen Ausblick sehen. Wer liefert, wird belohnt. Wer enttäuscht, wird abgestraft.»
Im Fokus bleiben ausserdem die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost, die an den Börsen derzeit «erstaunlich entspannt» beobachtet werden, wie Molnar ergänzte. Die Ölpreise stiegen weiter deutlich.
Der von grossen Tech-Konzernen dominierte Nasdaq 100 gab im frühen Handel nach einer fast zweiprozentigen Erholung am Vortag um 0,2 Prozent auf 29.090 Zähler nach. Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Wall-Street-Index Dow Jones Industrial gewann 0,4 Prozent auf 52.447 Punkte. Der marktbreite S&P 500 zeigte sich prozentual fast unverändert bei 7.512 Zählern.
Die Saison der Quartalsbilanzen nimmt Fahrt auf, doch um Alphabet , Tesla , IBM und Texas Instruments ist es aktuell noch ruhig. Alle vier zeigten sich im frühen Geschäft allenfalls geringfügig verändert. Dagegen gewannen die Aktien von AT&T 4,0 Prozent. Der Telekomkonzern hat im zweiten Quartal im Mobilfunkgeschäft fast ein Drittel mehr Neukunden akquiriert als erwartet.
Mit etwas mehr als 6 Prozent auf ein Rekordhoch knapp unter 200 US-Dollar sprangen zeitweise die Anteilscheine von Philip Morris , bevor sie zuletzt noch um 3,2 Prozent zulegten. Umsatz und operativer Gewinn des Tabakkonzerns übertrafen im zweiten Quartal die durchschnittlichen Analystenschätzungen.
Für die Papiere von GE Vernova ging es dagegen um 7,0 Prozent abwärts. Zwar hob der Energietechnikkonzern sein Jahresumsatzziel an, enttäuschte aber mit seinem Windkraftanlagen-Geschäft. Dort weitete sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus, was Anleger nach der Kursrally seit Jahresbeginn von 65 Prozent zum Anlass nahmen, Gewinne mitzunehmen.
In den Blick rückten zudem die Aktien von AMD , die nach einem zögerlichen Start um 1,2 Prozent stiegen. Der Halbleiterhersteller und der KI-Forschungskonzern Anthropic kündigten eine strategische Partnerschaft zum Einsatz von AMD-GPUs mit einer Gesamtleistung von bis zu 2 Gigawatt an. Zudem hat AMD künftige Eigenkapitalinvestitionen in Anthropic in Höhe von bis zu 5 Milliarden Dollar zugesagt. (awp/mc/pg)