US-Eröffnung: Sehr fest

US-Eröffnung: Sehr fest

New York – Gute Konjunkturdaten haben dem Dow Jones am ersten Handelstag des neuen Jahres auf ein Fünfmonatshochhoch verholfen. Nach positiven Wirtschaftsnachrichten aus Asien gaben eine unerwartet deutliche Stimmungsaufhellung bei den US-Einkaufsmanagern in der Industrie sowie überraschend stark gestiegene Bauausgaben dem US-Leitindex einen zusätzlichen Schub.

Zudem vollzog er nach dem verlängerten Neujahrs-Wochenende die freundliche Entwicklung an den bereits am Montag geöffneten Aktienmärkten nach. Ein amerikanischer Fondsmanager sprach am Dienstag von einer offenbar gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger.

Der Dow Jones Industrial stieg zuletzt um 1,98 Prozent auf 12.459,67 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Ende Juli 2011. Im vergangenen Jahr hatte das Börsenbarometer um rund fünfeinhalb Prozent zugelegt, wogegen die wichtigsten europäischen und asiatischen Indizes zum Teil herbe Verluste hatten hinnehmen müssen. Der breiter gefasste S&P 500 gewann am Dienstag 1,99 Prozent auf 1.282,64 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite-Index um 2,16 Prozent auf 2.661,52 Punkte vor, und der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 2,26 Prozent auf 2.329,32 Punkte.

Die Banken- und Rohstoffwerte, die im vergangenen Jahr besonders heftig unter die Räder gekommen waren, gehörten am Dienstag zu den grössten Gewinnern im Dow. Bank of America – 2011 noch grösster Verlierer im Leitindex – verteuerten sich als Spitzenwert um 5,04 Prozent auf 5,84 US-Dollar. Für JPMorgan ging es um 4,75 Prozent auf 34,83 Dollar hoch. Die Aktien des Aluminiumkonzerns Alcoa profitierten von gestiegenen Metallnotierungen und gewannen 3,82 Prozent auf 8,98 Dollar. Auch United States Steel und Freeport-McMoRan Copper & Gold präsentierten sich sehr fest.

Der Verkauf eines Gasfeld-Anteils liess die Aktien von Chesapeake Energy um 3,50 Prozent auf 23,07 Dollar klettern. Der US-Konzern hatte mitgeteilt, dass er für 2,32 Milliarden Dollar einen Anteil an dem Gasfeld Utica im Osten des US-Bundesstaates Ohio an den französischen Ölkonzern Total verkaufen will. Die Aktionäre von LDK Solar konnten sich über ein Kursplus von 3,86 Prozent auf 4,31 Dollar freuen, nachdem die Solarfirma ihren Einstieg beim deutschen Konkurrenten Sunways angekündigt hatte.

Für die Titel von Halliburton ging es nach Bekanntwerden einer Klage indes um 0,32 Prozent auf 34,40 Dollar bergab. Der britische Ölkonzern BP will vom Erdöldienstleister 20 Milliarden Dollar Schadenersatz. BP und Halliburton streiten sich darüber, wer an der Ölpest im Golf von Mexiko im Jahr 2010 die Hauptschuld trägt. Bei den Vorwürfen gegen Halliburton geht es darum, dass das Bohrloch auf dem Meeresgrund nicht sachgemäss abgedichtet und dabei möglicherweise minderwertiger Zement verwendet worden sei.

Die Aktien von ExxonMobil blieben mit einem Plus von 1,82 Prozent auf 86,30 Dollar etwas hinter der Marktentwicklung zurück. Der Staat Venezuela war zwar in einem Rechtsstreit mit dem Ölkonzern unterlegen, will aber nach eigenen Angaben vom Montag lediglich 255 Millionen Dollar statt der ursprünglichen 900 Millionen an die US-Firma zahlen.

Auch die Boeing-Titel entwickelten sich mit einem Plus von 1,75 Prozent auf 74,63 Dollar unterdurchschnittlich. Der Flugzeugbauer aus Seattle behält einen Sieben-Jahres-Auftrag von rund 3,5 Milliarden Dollar, der Bestandteil des US-Abwehrschildes gegen Interkontinentalraketen ist, und setzte sich damit gegen den Konkurrenten Lockheed Martin durch. Dessen Aktien gewannen dennoch 2,41 Prozent auf 82,85 Dollar. (awp/mc/upd/ps)

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