US-Schluss: Dow fällt unter 12.000 Punkte

US-Schluss: Dow fällt unter 12.000 Punkte

New York – Der US-Aktienmarkt hat am Donnerstag belastet von skeptischen Blicken zum beginnenden EU-Gipfel Kursverluste verzeichnet. Die klare Absage des Präsidenten der Europäischen Zentralbank Mario Draghi in Richtung unbegrenzte Anleihekäufe belastete die Aktienmärkte zusätzlich. Nach drei Tagen in Folge mit Gewinnen schlug sich der Pessimismus nun auch in den Indizes nieder.

Der Dow Jones Industrial gab 1,63 Prozent auf 11.997,70 Punkte ab. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 2,11 Prozent auf 1.234,35 Punkte. An der Nasdaq-Börse tendierten die beiden Hauptindizes ebenfalls schwächer. Der breite Composite Index lag 1,99 Prozent niedriger bei 2.596,38 Punkten, während der Auswahlindex Nasdaq 100 1,64 Prozent tiefer bei 2.282,59 Punkten schloss.

Auch in den Staaten blicken die Anleger weiterhin nach Europa. Sie wünschen sich vom EU-Gipfel ein Ende der kleinen Schritte. Von der EZB-Zinssitzung hatten sie sich bereits ein stärkeres Eingreifen der Notenbank erhofft. Sie reagierten daher pessimistisch auf die Entscheidung der EZB, kein erweitertes Anleihekaufprogramm aufzulegen. Die Anleger seien derzeit versucht, ihr Geld aus dem Markt abzuziehen, sagte ein Börsianer. Die EZB übe sich weiter darin, dem Bankensektor zu helfen, gehe das zugrundeliegende fundamentale Problem jedoch nicht an, kommentierte ein anderer Börsianer. Der am Donnerstag begonnene EU-Gipfel soll es jetzt richten, doch der Optimismus schwindet mehr und mehr. «Wir brauchen einen politischen Big Bang», sagte ein Fondsmanager über die Erwartungen an die Gipfelteilnehmer.

Derweil konnten auch die in den USA stärker als erwartet zurückgegangenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe den Markt nicht beflügeln. Ihre Zahl war mit 381.000 etwas besser als erwartet ausgefallen. Experten hatten mit 395.000 Erstanträgen gerechnet.

In Europa hatten noch vor Handelsschluss die Stresstestdaten der Europäischen Bankenaufsicht EBA für Kursstürze bei den Banken gesorgt. Die US-Bankentitel, die am Vortag noch kräftig zugelegt hatten, konnten sich den negativen Vorgaben nicht entziehen. Von den Dow-Jones-Werten verloren die Aktien von JPMorgan 5,24 Prozent und Bank of America 5,09 Prozent. Goldman Sachs sackten um 4,96 Prozent in die Tiefe, die Citigroup um 6,97 Prozent. Morgan Stanley rutschten nach den kräftigen Vortagesgewinnen am deutlichsten mit 8,42 Prozent Verlust ins Minus.

An der Dow-Spitze fanden sich die amerikanischen Konsumwerte McDonald’s , Coca-Cola und Kraft Foods . Papiere von McDonald’s konnten als einzige mit 0,49 Prozent zulegen. Das Unternehmen hatte berichtet, dass die Umsätze in seinen Geschäften im November getrieben von der Nachfrage in Japan und China gestiegen seien. Die Titel von Coca Cola verloren im schwachen Marktumfeld lediglich 0,07 Prozent, Kraft Foods gaben hingegen um 0,55 Prozent nach.

Apple standen mit 0,40 Prozent Gewinn an zweiter Stelle des technologielastigen Nasdaq-100-Index . Dem Rivalen Samsung Electronics war es in einem Schnellverfahren vor einem Pariser Gericht nicht gelungen, dem Konzern aus Kalifornien den Verkauf des neuen iPhones in Frankreich zu untersagen. Geschlagen wurden die Papiere nur von den Anteilsscheinen des Navigationsgeräteherstellers Garmin , die um 0,51 Prozent zulegten.

Amgen erfreute seine Aktionäre ebenfalls als eines der wenigen Unternehmen. Mit 0,12 Prozent Zuschlag fielen aber auch beim weltgrössten Biotechnologiekonzern die Gewinne eher dürftig aus. Der Konzern hatte die Bedingungen für ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von vorerst rund 5 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben. 60 Dollar will der Konzern den Aktionären anbieten, der Kurs lag bei 58,41 Dollar.

Der Elektroautohersteller Tesla sackte um 9,65 Prozent ab. Grund war ein negativer Analystenkommentar von Morgan Stanley. Die am Vortag hochgeschossene Aktien von First Solar kam am Donnerstag ebenfalls unter Druck. Nach den kräftigen Gewinnen des Vortags von über vier Prozent ging es nun wieder um 5,90 Prozent runter. (awp/mc/pg)

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